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Proteine und Gemüse für Paleo

Paleo: Diese Lebensmittel bringen die Steinzeit ins Heute

Die Ernährung von gestern ins Heute übertragen: Das ist Paleo. Hier werden hauptsächlich Lebensmittel verzehrt, die es auch schon in der Steinzeit gab. Lesen Sie, welche das sind und wie Paleo etwa in Beziehung zur Low-Carb-Diät steht.

Paleo, die Steinzeit als Vorbild

Angaben zu den Lebensmitteln, die unsere Vorfahren in der Steinzeit verzehrten, unterscheiden sich stark je nach Quelle, die man heranzieht. Da Nahrung damals nicht über lange Strecken transportiert wurde, variierten die Speisepläne saisonal und regional stark. So wurde etwa in den Tropen mehr Obst verzehrt als in den nördlicheren oder südlicheren Breitengraden.

Fokus auf regionale und natürliche Kost

In Deutschland lebten die Menschen in der erdgeschichtlichen Epoche des Paläolithikums noch als Jäger und Sammler und es gab keinen Ackerbau. Daher verzichtet Paleo auf Lebensmittel, die auf Getreide basieren. Brot und Brötchen, Müsli und Flocken, Pasta und Pizza, Kuchen und Kekse sowie alle verarbeiteten Nahrungsmittel kommen nicht auf den Tisch. Diese Einschränkungen erinnern an eine Diät, die auf Kohlenhydrate verzichtet.

Zuckerrüben und somit Zucker waren in unseren Breiten noch nicht bekannt, weshalb Süßigkeiten und Süßes eine Rarität waren. Verwandte Knollenfrüchte dagegen kamen häufig auf den Tisch. So sind Rote-Bete-Rezepte bis heute sehr beliebt in der Paleo-Ernährung. Während Öl aus Raps oder Mais- und Weizenkeimen hierzulande noch nicht gewonnen wurde, baute man in Südeuropa bereits die Olive an und verwendete sie zum Kochen. Kuhhaltung gab es nicht, daher sind Milch und Milchprodukte kein typischer Bestandteil von Paleo-Rezepten.

Unterstützer der Paleo-Diät nehmen an, dass der menschliche Körper genetisch immer noch an die steinzeitliche Ernährungsweise angepasst ist und daher moderne Lebensmittel nicht gut sind. Wissenschaftlich wurde jedoch eine Veränderung des genetischen Erbguts seit der Steinzeit nachgewiesen.

Gesunde Ernährung? Das gibt es bei Paleo zu essen

Fisch und Fleisch bei Paleo
Trotz gewisser Einschränkungen bietet Paleo eine bunte Auswahl

Durch die Konzentration auf regionale und saisonale Kost ist die Lebensmittelauswahl in deutschen Breitengraden eingeschränkt. Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Saaten, Samen, Gemüse, Pilze und Beeren sowie einige andere Obstsorten sind je nach Jahreszeit verfügbar. Daher kann vor allem das Frühstück eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn Eier nicht zu den Lieblingslebensmitteln gehören.

Bei Brot-Rezepten gibt es dem Paleo-Prinzip entsprechende Alternativen. Hier wird beispielsweise mit Mandelmehl und verschiedenen Saaten, Kernen und Samen gebacken. Auch Müslis aus der Paleo-Küche enthalten verschiedene Nüsse, Saaten und Gewürze wie Vanille und Zimt. Mit Honig können sie zu Crunchy-Riegeln gebacken werden.

In heutigen Diätrezepten findet man auch Anpassungen, die nicht den Gegebenheiten der Steinzeit entsprechen. So wird zum modernen Paleo-Frühstück auch manchmal Milch oder Joghurt gereicht – natürlich ungesüßt.

Die Steinzeitdiät in der modernen Welt

Fisch und Fleisch bei Paleo
Ein typisches Paleo Gericht beinhaltet eine Eiweißquelle und Vitamine

In der Wahl der Lebensmittel ähnelt Paleo der Low Carb-Diät, denn die Zufuhr von Kohlenhydraten, vor allem aus Getreide, Obst und Süßungsmitteln, ist stark reduziert. Wird bei der Paleo-Diät auch der Anteil an natürlich gewachsenen Früchten und Honig reduziert, entspricht die Steinzeiternährung dem Low-Carb-Prinzip.

Für den modernen, eher bewegungsarmen Menschen, dem seine Gesundheit am Herzen liegt, kann dies eine sinnvolle Maßnahme sein. Denn Kohlenhydrate werden vor allem bei körperlicher Betätigung verbraucht, die häufig in unserem vom Sitzen geprägten Alltag fehlt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass zu viele nicht verbrauchte Kohlenhydrate die Entstehung von Adipositas, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und anderen Zivilisationskrankheiten begünstigen und das Abnehmen erschweren.

Bisher gibt es noch keine Langzeitstudien über die Wirkung der Steinzeitkost als alternative Ernährungsform. Jedoch zeigen einige Ergebnisse, dass vor allem der Verzicht auf industriell verarbeitete Fertiggerichte und die Reduzierung von Süßungsmitteln einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Dennoch gelten insbesondere bei einer Paleo-Diät, die dem Low-Carb-Prinzip entspricht, dieselben Kritikpunkte. Außerdem ist darauf zu achten, dass man trotz des Verzichts auf Getreideprodukte und des Fokus auf Fleisch, ausreichend Ballaststoffe zu sich nimmt. Auch sollte bei einer Ernährung ohne Milch auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium Wert gelegt werden.