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Mindesthaltbarkeitsdatum: Oft sind Lebensmittel nach Ablauf noch genießbar

In Deutschland landen täglich tonnenweise Lebensmittel im Müll. Auch, weil viele Menschen sich vom aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum falsch leiten lassen. Was es wirklich bedeutet und wie du damit umgehen solltest, liest du hier.

Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Viele Verbraucher orientieren sich bei der Beurteilung der Frische von Nahrungsmitteln am Mindesthaltbarkeitsdatum, abgekürzt MHD. Es findet sich per Gesetz auf allen Fertigpackungen und sagt aus, bis zu welchem Zeitpunkt der Inhalt ohne wesentliche Abstriche im Hinblick auf Geschmack und Qualität genießbar und der Verzehr gesundheitlich unbedenklich ist. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Lebensmittel richtig gelagert wurden. Über dem MHD-Stempel finden sich deshalb Angaben wie "Trocken lagern und vor Wärme schützen". Im Gegensatz zum Verbrauchsdatum auf Fleischprodukten und anderen leicht verderblichen Produkten wie Fisch und Meeresfrüchten, bedeutet das MHD also nicht, dass du die Erzeugnisse nach Ablauf des Datums wegschmeißen musst. In den allermeisten Fällen ist die Haltbarkeit der Lebensmittel viel länger gewährleistet und du kannst sie problemlos essen. Aus diesem Grund dürfen Waren auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, das auf Englisch übrigens "Best before date" heißt, noch verkauft werden.

So ermittelst du das Mindesthaltbarkeitsdatum und prüfst es

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nicht, wann das Produkt wirklich verdorben ist
Abgelaufen ist nicht gleich verdorben. Vertraue deinen Sinnen!
Du findest das MHD in Form eines Stempels, wobei dieser vor allem auf Dosen oft schlecht lesbar ist. Im Kleingedruckten auf den Verpackungen findet sich manchmal ein Hinweis, ob du auf dem Deckel, am Boden oder am Dosenrand nach dem Datum suchen musst. Bei Eiern ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht etwa in dem Code auf der Schale versteckt, sondern es steht auf dem Karton. Hast du diesen nach dem Einsortieren in den Kühlschrank schon weggeworfen, hilft wie bei vielen Lebensmitteln ein Haltbarkeitstest: Schlechte Eier schwimmen in einem Glas mit Wasser an der Oberfläche. Bei Konserven blähen sich die Dosen auf und beulen sich aus. Verlasse dich ansonsten einfach auf deinen Geruchs-, Seh- und Geschmackssinn. Riechen Lebensmittel faulig, muffig, vergoren oder ranzig, sind Schimmel oder feine Fäden zu sehen? Hat sich die Konsistenz verändert? Prüfe außerdem, ob die Verpackung intakt ist. So kann Mehl verderben, wenn es offen ist und Ungeziefer eindringen kann. Bei sachgerechter Lagerung ist die Haltbarkeit von Mehl fast unbegrenzt.

Faustregeln für die Haltbarkeit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums

Hast du die Grundsätze der richtigen Aufbewahrung und produktspezifische Vorgaben eingehalten, kannst du dich an folgenden Schätzwerten orientieren, wenn du Lebensmittel mit verfallenem MHD im Kühl- und Küchenschrank findest. So lange sind ungeöffnete Erzeugnisse dann noch essbar:
• Die Haltbarkeit von Joghurt beträgt noch bis zu zwei Monate.
• Bier ist mehrere Monate bis Jahre trinkbar.
• Kaffee und Kakao halten sich noch jahrelang, Tee einige Monate.
• Essig, Öl und Gewürze bleiben noch Monate verwendbar.
• Konserven, Konfitüren und Marmeladen sind noch monate- oder jahrelang gut.
• Reis und Nudeln kannst du noch innerhalb einiger Jahre verbrauchen.
• Tiefkühlgerichte dürfen noch mehrere Monate oder Jahre auf den Tisch kommen.
• Schinken und Wurstaufschnitt sind einige Tage genießbar.
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