Mantu zubereiten geht ganz einfach: Teig herstellen, füllen, falten, dämpfen – dazu Tomatensauce und Joghurt mit Kräutern. Mit den genannten Mengen, Zeiten und Tipps zur Textur kannst du Schärfe und Biss nach deinem Geschmack regulieren. Jetzt ins Rezept reinlesen!
Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. 150-180 ml Wasser nach und nach zugeben und verkneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht. In Frischhaltefolie einschlagen und für 30 Minuten ruhen lassen.
Für die Füllung Zwiebeln und Knoblauchzehen pellen und sehr fein hacken. In einer Schüssel mit dem Hackfleisch, Kreuzkümmel, Koriander und Paprikapulver vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und Quadrate von 8-10 cm Durchmesser ausstechen. Jeweils 1 gehäuften Teelöffel von der Füllung in die Mitte geben, die Teigränder leicht mit Wasser befeuchten und zuklappen. Die Teigsäckchen nochmals mit den Fingern oben zusammendrücken.
Teigtaschen in einem Topf mit Dämpfeinsatz für 20-25 Minuten über kochendem Wasser dämpfen, bis der Teig weich und durchsichtig ist.
In der Zwischenzeit die Tomaten-Linsen-Garnitur vorbereiten. Linsen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Zwiebel und Knoblauch pellen und fein hacken. Tomaten waschen, Strunk entfernen und in kleine Würfel schneiden.
Olivenöl im Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch hineingeben und glasig schwitzen. Tomaten, Linsen und Gewürze zugeben und kurz mit anschwitzen. 300 ml Wasser angießen und 20 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Linsen gar und die Soße sämig sind. Mit Salz abschmecken.
Für die Joghurtsoße Knoblauch pellen und fein reiben. Mit dem Joghurt und Zitronensaft glatt verrühren und mit Salz abschmecken.
Mantu auf Teller verteilen und mit der Tomaten-Linsen-Garnitur, Joghurtsoße, Pul Biber, getrockneter Minze und gehackter Petersilie toppen. Servieren.
Nährwerte
Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen laut LMIV (8.400 kJ/2.000 kcal).
Nährwerte
pro Portion
Energie
2.707 kj (32 %)
Kalorien
647 kcal (32 %)
Kohlenhydrate
39 g
Fett
39 g
Eiweiß
34 g
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Was sind Mantu?
Mantu sind gedämpfte Teigtaschen und gelten als Herzstück afghanischer Gastfreundschaft. Sie kombinieren handwerkliches Geschick mit einer würzig-raffinierten Balance verschiedener Aromen. Was Mantu-Teigtaschen so besonders macht, ist die Art der Zubereitung. Anders als italienische Ravioli oder polnische Pierogi werden sie nicht in Wasser gekocht, sondern in einem mehrstöckigen Dampfgarer, dem sogenannten Mantu-Paz, sanft gegart. Um das Mantu-Gericht zu Hause zuzubereiten, genügt übrigens ein Topf mit Dämpfeinsatz. Durch das Dämpfen bleibt der hauchdünne Mantu-Teig elastisch und die herzhafte Füllung aus Hackfleisch und Zwiebeln herrlich saftig. Insbesondere die Zwiebeln sind für afghanische Mantu-Teigtaschen charakteristisch: Sie werden im Dampf schön glasig und geben ihren süß-aromatischen Saft direkt an das Fleisch ab.
Gemeinsam Mantu essen: mehr als „nur“ eine Mahlzeit
Das afghanische Mantu-Rezept ist mehr als nur eine Anleitung für die Herstellung würziger Teigtaschen – es steht für ein geselliges und kulturell verwurzeltes Ereignis, das manchmal Stunden dauern kann. Weil jede einzelne Tasche von Hand gefaltet wird, kommen oft Generationen einer Familie zusammen, um gemeinsam eine Vielzahl der kleinen Pakete aus hauchdünnem Teig vorzubereiten. Werden einem Gast afghanische Mantu serviert, gilt dies als Zeichen höchster Wertschätzung. Denn die Gastgebenden haben für dieses Gericht viel Zeit und Mühe investiert. Ob zum Fastenbrechen oder für Familienfeste: Mantu sind der kulinarische Ausdruck für afghanische Wärme und Großzügigkeit.
Mantu afghanisch zubereiten: Tipps für perfekte Teigtaschen
Die kleinen, hübschen Teigtaschen zu falten sieht komplizierter aus, als es ist. Mit unseren Tipps gelingt dir das aber auch zu Hause! Hat man den Dreh einmal raus, darf man sich über eine köstliche und optisch ansprechende Mahlzeit freuen. Das Ziel: Umschließe die Füllung so, dass der Fleischsaft im Inneren der Teigtaschen bleibt, während der Dampf von außen den Teig gart. So gehst du Schritt für Schritt vor:
Verwende nur quadratische Teigblätter und lege einen gehäuften Teelöffel der Fleisch-Zwiebel-Mischung genau in die Mitte. Nimm nicht zu viel, damit der Teig beim Dämpfen nicht reißt.
Nimm zwei gegenüberliegende Ecken des Quadrats und drücke sie in der Mitte fest zusammen. Ganz wichtig: Bestreiche die Ränder des Quadrats vor dem Falten leicht mit etwas Wasser, damit sie zusammenkleben.
Nimm jetzt die anderen beiden gegenüberliegenden Ecken und führe sie ebenfalls zur Teigtaschen-Mitte. Drücke sie am bereits bestehenden Punkt vorsichtig fest: Schon hast du ein Päckchen!
Sei behutsam, damit Optik und Stabilität gelingen. Du hast nun vier neue Ecken an den Seiten deines Päckchens. Nimm jeweils zwei benachbarte Ecken und drücke sie paarweise zusammen. Dadurch entstehen zwei „Öhrchen“ an den Seiten.
Extra-Tipp: In deinen Mantu-Teigtaschen sollte so wenig Luft wie möglich sein, sonst können sich die kleinen Kunstwerke wie kleine Ballons aufblähen und durch den Dampf platzen. Drücke deshalb beim Verschließen der letzten Ecken vorsichtig so viel Luft wie möglich aus jedem Täschchen. Es ist außerdem hilfreich, die Taschen vor dem Dämpfen kurz in einen Teller mit Pflanzenöl zu tauchen. So verhinderst du, dass sie aneinander festkleben und beim Herausnehmen aufreißen.