Kann man Puderzucker selber machen?
Antwort in aller Kürze
Kann man Puderzucker selber machen? Ja, das ist problemlos möglich. Du benötigst dafür lediglich herkömmlichen Haushaltszucker und einen leistungsstarken Mixer oder eine elektrische Kaffeemühle. Der Kristallzucker wird auf höchster Stufe gemahlen, bis ein feines Pulver entsteht. Willst du deinen Puderzucker besonders gut lagern, kannst du etwas Speisestärke hinzufügen. Innerhalb weniger Sekunden hast du frischen Puderzucker für dein Gebäck parat.
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Die Grundlagen: Wie wird Puderzucker hergestellt?
Der Kuchen ist fast fertig oder die Waffeln duften, doch der Puderzucker fehlt? Zum Glück kannst du ihn ganz einfach selbst herstellen. Hast du normalen Kristallzucker zu Hause, ist die wichtigste Grundlage bereits vorhanden, denn Puderzucker ist nichts anderes als sehr fein gemahlener raffinierter Zucker.
Industriell hergestellter Puderzucker wird so lange gemahlen, bis aus den Kristallen ein feines Pulver entsteht. Diesen Prozess kannst du in deiner eigenen Küche problemlos nachahmen. Ein weiterer Vorteil: Du behältst die volle Kontrolle über die Zutaten. Gekaufter Puderzucker enthält oft Trennmittel gegen Klumpenbildung. Machst du ihn stattdessen selbst, entscheidest du, ob du ihn pur lässt oder Stärke hinzufügst.
Was ist Puderzucker genau?
Chemisch gesehen unterscheidet sich Puderzucker nicht von klassischem Haushaltszucker: Es handelt sich um Saccharose. Der Unterschied liegt rein in der Physik, also der Korngröße:
Kristallzucker knirscht beim Essen und löst sich langsamer auf.
Puderzucker schmilzt sofort auf der Zunge und verbindet sich schnell mit Flüssigkeiten oder Fetten.
Das macht ihn unverzichtbar für Glasuren oder Sahnehauben.
Die richtige Ausstattung zum Mahlen von Zucker
Damit du Zucker zu Puderzucker machen kannst, ist auch das richtige Werkzeug entscheidend. Ein einfacher Schneebesen oder ein Handrührgerät reichen hier meist nicht aus, da sie die harten Kristalle nicht brechen können. Was du brauchst, sind scharfe Messer und eine hohe Rotationsgeschwindigkeit. In der Tabelle findest du die Eignung verschiedener Küchengeräte im Überblick:
Küchengerät | Eignung | Warum |
Hochleistungsmixer (Standmixer) | sehr gut | hohe Rotationsgeschwindigkeit, ideal für größere Mengen |
Elektrische Kaffee- oder Gewürzmühle | sehr gut | liefert besonders feines Ergebnis, perfekt für kleine Mengen |
Multizerkleinerer (Blitzhacker) | geeignet | funktioniert gut, ggf. etwas längere Mixzeit nötig |
Pürierstab (im hohen Gefäß) | nur bedingt | nur im geschlossenen Behälter effektiv, sonst starke Staubentwicklung |
Mörser | nicht geeignet | sehr mühsam, Ergebnis selten gleichmäßig fein |
Handrührgerät | nicht geeignet | keine ausreichende Kraft, bricht Zuckerkristalle nicht |
Manuelle Kräutermühle | nicht geeignet | nicht für harte Zuckerkristalle ausgelegt |
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie macht man Puderzucker selber?
Ob für Lebkuchensterne mit Rumglasur oder vegane Waffeln, Puderzucker kann man in wenigen Minuten selber machen, besonders mit leistungsstarken Geräten. Zunächst brauchst du jedoch deine Zutaten und Helfer:
weißer Raffinadezucker
optional: Speisestärke (Maisstärke), ca. 1 TL auf 250 g Zucker
Mixer oder Mühle
Schritt 1: Befüllen
Gib den trockenen Zucker in den Behälter deines Mixers oder deiner Mühle. Achte darauf, das Gerät nicht zu überfüllen. Die Messer benötigen Platz, um den Zucker aufzuwirbeln und gleichmäßig zu erfassen.
Schritt 2: Mahlen
Verschließe den Deckel gut, denn Zuckerstaub verteilt sich schnell. Schalte das Gerät ein und lasse es auf höchster Stufe laufen. Der Puderzucker wird besonders fein, indem du geduldig für etwa 20 bis 30 Sekunden mixt und kurz pausierst, damit sich der Zucker setzen kann. Danach wiederholst du dies in Intervallen.
Schritt 3: Stärke hinzufügen (optional)
Wenn du den Puderzucker auf Vorrat produzierst, gib jetzt die Speisestärke hinzu und mixe alles noch einmal kurz durch. Die Stärke bindet Feuchtigkeit aus der Luft und verhindert, dass dein Zucker im Glas zu einem harten Block verklumpt. Bei sofortiger Verwendung kannst du diesen Schritt weglassen.
Schritt 4: Sieben
Auch bei guten Mixern können einzelne Kristalle ganz bleiben. Um eine gute Konsistenz für Glasuren oder feines Bestäuben zu erhalten, solltest du das Pulver durch ein feines Haarsieb in eine Schüssel geben.
Schritt 5: Aufbewahren
Fülle den fertigen Puderzucker in ein luftdichtes Gefäß. Trockenheit ist das wichtigste Kriterium für die Haltbarkeit.
So verfeinerst du deinen Puderzucker
Für aromatisierte Varianten lohnt es sich, deinen Zucker zu mahlen.
Vanille-Puderzucker: Gib das Mark einer Vanilleschote oder die ausgekratzte Schote (in Stücke geschnitten) mit in den Mixer. Siebe am Ende gut, um grobe Schalenreste zu entfernen.
Tonkabohne: Etwas Abrieb der Tonkabohne sorgt für ein komplexes, vanilleähnliches Aroma.
Wofür eignet sich selbstgemachter Puderzucker?
Selbstgemachter Puderzucker verhält sich beim Backen ähnlich wie gekaufter, ist jedoch oft lockerer. Miss ihn daher möglichst nach Gewicht (Gramm) statt nach Volumen (Esslöffel). Du kannst ihn unter anderem für Folgendes nutzen:
Zuckerguss: Hier löst er sich schnell und gleichmäßig auf.
Mürbeteig: Der Puderzucker sorgt für eine feine, zarte Textur ohne grobe Kristalle.
Sahne und Cremes: Er bleibt angenehm glatt, ohne zu knirschen.
Dekoration: Er eignet sich gut zum Bestäuben von Waffeln, Kaiserschmarrn oder Kuchen.
Häufige Fehler bei der eigenen Herstellung von Puderzucker
Obwohl der Prozess simpel wirkt, kann man bei selbstgemachtem Puderzucker doch stolpern. Hierbei helfen aber schon folgende Handgriffe:
Feuchter Behälter: Der Mixer muss absolut trocken sein. Schon ein Tropfen Wasser verwandelt den Zuckerstaub in klebrigen Sirup, der die Messer blockiert.
Zu viel Wärme: Wenn du zu lange am Stück mixt, erhitzt sich der Motor und damit auch der Zucker. Der Zucker kann an den Rändern schmelzen und verkleben. Arbeite lieber in kurzen Intervallen (Puls-Funktion).
Zu grobes Sieb: Wenn du das Sieben auslässt, riskierst du knirschende Kristalle in deiner Buttercreme.