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Für mehr Nachhaltigkeit: das EDEKA und WWF Zitrus-Projekt

Ein Projekt, das reichlich Früchte trägt: In Spanien machen EDEKA und WWF den konventionellen Anbau von Orangen und Mandarinen gemeinsam umweltverträglicher. Schon auf 15 Fincas wachsen unsere saftigen Zitrusfrüchte und auch die Maßnahmen zum Umweltschutz fruchten.

Die Welt braucht bessere Orangen

Nachhaltiger angebaut: süße Mandarinen und Orangen von EDEKA

Zitrusfrüchte – wie Mandarinen und Orangen – sind bei uns vor allem im Winter, wenn es kaum heimische Obst-Sorten gibt, beliebt. Eines der wichtigsten Anbaugebiete für Orangen und Mandarinen ist Andalusien. Die sonnenverwöhnte Region in Europa ist eines der Zentren des spanischen Obst- und Gemüseanbaus und bekannt für ihre aromatisch duftenden Orangenbäume. Dabei kommt es besonders durch die konventionelle landwirtschaftliche Nutzung von weiten Teilen Andalusiens und dem damit verbundenen Anbau von Obst und Gemüse in Monokultur sowie dem hohen Einsatz an Pflanzenschutzmitteln zu einer Belastung der Ökosysteme und der lokalen Wasserressourcen.

Von der Sonne geküsst: umweltverträglicher angebaute Mandarinen und Orangen

Der WWF-Panda zeigt, dass es sich um ökologisch nachhaltiger angebaute Zitrusfrüchte handelt

Aus diesem Grund unterstützen EDEKA und WWF in einem gemeinsamen Projekt diverse Zitrus-Produzenten vor Ort dabei, die Umweltverträglichkeit des konventionellen Anbaus von Orangen und Mandarinen Schritt für Schritt zu verbessern und damit nachhaltiger zu gestalten..

Der Fokus des Zitrus-Projekts liegt hierbei auf Maßnahmen für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Wasser auf den Fincas und im Flussgebiet, dem reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der verantwortungsvolleren Düngung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie dem Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt und der vorhandenen Ökosysteme.

Dank dieser Maßnahmen und der Unterstützung durch EDEKA und WWF wachsen auf den ausgewählten Zitrus-Plantagen umweltverträglicher angebaute Orangen und Mandarinen. Zu erkennen sind diese Früchte übrigens an dem WWF Projekt-Panda und dem Hinweis auf die Herkunft aus dem gemeinsamen Projekt.

Nachhaltiges Wassermanagement:

Dieser Aspekt ist für den umweltverträglicheren Anbau der Mandarinen- und Orangenbäume besonders wichtig, da die Grundwasserspiegel in der landwirtschaftlich stark genutzten Zone Andalusiens seit Jahren sinken. Gründe dafür sind die Trockenheit, die aufgrund des Klimawandels voraussichtlich noch zunehmen wird, sowie Übernutzung des vorhandenen Wassers und mehr als 1.000 illegale Brunnen.

Um den Folgen des Klimawandels in Andalusien begegnen zu können, wollen wir die Wasserressourcen der Region und somit auch die Lebensgrundlage der Menschen und Tiere vor Ort schützen. Deshalb gestalten wir unser Wassermanagement durch moderne Maßnahmen wie Tröpfchenbewässerung der Bäume und die Installation von Feuchtigkeitssonden nachhaltiger.

So konnten wir auf der Pilot-Finca Iberesparragal in nur einer Saison bereits über 200 Millionen Liter Wasser einsparen – auf acht Projektfincas konnten so bereits insgesamt 806 Millionen Liter Wasser eingespart werden (Stand Ende 2019). Für unsere Pilotfinca Iberesparragal gab für ihr gesamtes Engagement für eine nachhaltigere Wassernutzung sogar Gold! Die Finca wurde als erster Landwirtschaftsbetrieb Europas erfolgreich AWS-zertifiziert und erhielt dabei den seltenen Gold-Status. Damit hat die Alliance for Water Stewardship (AWS) als eine unabhängige Zertifizierungsstelle bestätigt, dass die Finca beim Orangen- und Mandarinen-Anbau Wasser sparsam einsetzt, ihre Wasserbilanz verbessert, Verschmutzungen vermeidet und das Ökosystem schützt.

Da sich der größte Teil unserer Fincas im Wassereinzugsgebiet des Flusses Guadalquivir in der Nähe von Sevilla befinden, achten wir nicht nur auf den Frucht-Plantagen auf den Schutz der wertvollen Ressource Süßwasser, sondern im gesamten Flussgebiet. So engagieren wir uns über die Betriebsgrenzen hinaus und wollen die ganze Region animieren, Wasser gemeinsam nachhaltiger zu nutzen. 2019 wurden das erste Mal gemeinsame Aktionen durchgeführt: An einer Aufräumaktion am Ufer des Guadalquivir im Bereich einer Projektfarm beteiligten sich z.B. die Produzenten, das Projektteam und Vertreter der lokalen Gemeinde.

Ziel ist es auch, durch unser Engagement für eine nachhaltige Wassernutzung einen Beitrag zum Schutz des Nationalpark Coto de Doñana, der am Ende des Flussgebiets liegt und einer der wenigen verbleibenden Biodiversitäts-Hotspots in der Gegend ist, zu leisten. Der Nationalpark an der Costa de la Luz ist Spaniens wichtigstes Feuchtgebiet, in dem seltene Vogelarten zuhause sind und jährlich tausende von Zugvögeln überwintern. Der sinkende Grundwasserspiegel und die geringe Wasserverfügbarkeit haben dort bereits deutliche Spuren bei Flora und Fauna hinterlassen.

Weniger Pflanzenschutzmittel:

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird optimiert und reduziert, sodass immer weniger kritische oder besonders gefährliche Mittel verwendet werden. Dafür setzen wir u.a. auf Nützlinge wie Marienkäfer, die Schädlinge auf natürliche Art bekämpfen, indem sie sie einfach fressen. Dadurch konnten wir die Chemiebelastung durch Pestizide bereits um durchschnittlich 84% pro Hektar reduzieren (Stand Ende 2019) und 7.300 Kilogramm bzw. Liter an aktiven Pestizid-Wirkstoffen einsparen (Stand Ende 2019).

Größere Artenvielfalt: Die Natur erobert sich die Plantagen zurück

Um die biologische Vielfalt auf den Fincas zu erhalten und zu fördern, werden neue Biotope angelegt und bestehende Biotope verbunden, damit sich auch Tiere auf den Anbauflächen bewegen können, sowie Hecken gepflanzt. Außerdem errichten wir Nistplätze und Sitzstangen für heimische und teils bedrohte Vogelarten.

Durch diese gezielten Maßnahmen sind bereits 97 verschiedene „besondere Arten“ in der Umgebung unserer Frucht-Plantagen zu beobachten: : Es wurden 72 verschiedene Vogel-Arten, 13 verschiedene Säugetier-Arten sowie 12 verschiedene Reptilien- und Amphibien-Arten gezählt (Stand Ende 2019). Mit dabei waren seltene und scheue Tiere wie Dachs, Fischotter, Manguste, Gartenschläfer und Mauswiesel oder auch die größte Eidechse Europas, die unter strengem Schutz stehende Perleidechse, die eine Größe von bis zu 65 cm erreichen kann. Auch der Insektenbestand ist von dieser positiven Entwicklung betroffen: So hat sich die Zahl der nachgewiesenen Marienkäfer-Arten auf mittlerweile 23 verschiedene fast verfünffacht (Stand Ende 2019).

Verantwortungsvollere Düngung und verbesserte Bodenfruchtbarkeit:

Wir arbeiten außerdem daran, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Das wollen wir beispielsweise durch den Einsatz von organischem Flüssigdünger, einen stark reduzierten Einsatz von Herbiziden oder der Ausbringung von Biomasse erreichen. Hiermit ist zum Beispiel die Einarbeitung von Baumschnittresten in den Boden gemeint. Durch die Förderung der Bodenqualität wollen wir erreichen, dass Wasser und Nährstoffe besser gespeichert und weniger Mineraldünger ausgebracht werden muss. Damit soll eine Verschmutzung der Umwelt z.B. durch das Auswaschen von Nitraten verhindert werden.