Welche Wurstsorten gibt es und was unterscheidet sie?
Antwort in aller Kürze
Deutschland ist für seine Wurstkultur bekannt. Schätzungen zufolge gibt es über 1.500 verschiedene Wurstsorten. Diese lassen sich grob in drei große Hauptgruppen unterteilen: Brühwurst, Kochwurst und Rohwurst. Zusätzlich lassen sich Wurstsorten auch nach ihrem Verwendungszweck unterscheiden. Die Unterschiede liegen in der Herstellung, der Haltbarkeit und natürlich im Geschmack. Welche Wurstsorten für dein Abendbrot oder deinen Eintopf ideal sind, erfährst du hier.
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Welche drei übergeordneten Wurstsorten gibt es?
An der Bedientheke bei EDEKA findest du zahlreiche verschiedene Wurstsorten. Sie lassen sich fast immer in drei Hauptgruppen einteilen. Diese Unterscheidung basiert darauf, wie die Wurst hergestellt wird und entscheidet maßgeblich über die Konsistenz und Bissfestigkeit. Was gibt es also alles für Wurstsorten?
Die Hauptgruppen im Überblick:
Brühwurst | Kochwurst | Rohwurst |
Hier wird rohes Fleisch mit Eis, Gewürzen und Salz fein zerkleinert (gekuttert) und anschließend in Därme gefüllt. Danach wird die Wurst gebrüht oder gebacken. Das Eiweiß gerinnt durch die Hitze, wodurch die Wurst schnittfest wird. | Bei dieser Art sind die Zutaten (Fleisch, Speck, Innereien) bereits vor der Wurstherstellung überwiegend gegart. Die Masse wird erst danach in ihre Hüllen gefüllt und nochmals gekocht oder geräuchert. | Sie besteht aus rohem Fleisch und Speck. Die Wurst wird nicht erhitzt, sondern durch Pökeln, Räuchern oder Lufttrocknen und anschließendes Reifen haltbar gemacht. |
Brühwurst: Der knackige Klassiker
Zu den Brühwürsten zählen viele der beliebtesten Wurstsorten in Deutschland. Sie zeichnen sich durch ihr „Knacken“ beim Hineinbeißen aus.
Bekannte Sorten:
Fleischwurst & Lyoner: Sie sind der Inbegriff der Brühwurst, fein im Geschmack und meist mit Muskat oder Knoblauch gewürzt.
Bierwurst & Jagdwurst: Hier werden grobe Fleischstücke in das feine Brät eingearbeitet, was für eine rustikale Optik und Textur sorgt.
Bockwurst & Wiener Würstchen: Diese werden im Saitling (Naturdarm) heißgeräuchert und dann gebrüht. Sie sind ideal, um sie schnell im heißen Wasserbad zu erwärmen.
Bratwurst (gebrüht): Die klassische Rostbratwurst, die du auf den Grill legst, ist meistens eine gebrühte Wurst, die nur noch knusprig gebraten werden muss.
Kochwurst: vielfältige Varianten
Kochwürste zeichnen sich durch ein kräftiges Aroma und eine meist weiche oder streichfähige Konsistenz aus. Die Zutaten werden vor der Verarbeitung überwiegend gegart und anschließend in Hüllen gefüllt, bevor die Wurst nochmals gekocht oder geräuchert wird.
Die beliebtesten Sorten:
Leberwurst: Kalbsleberwurst, Pfälzer Leberwurst oder Varianten in grober Hausmacherart gehören zu den bekanntesten Formen. Sie sind streichfähig und werden häufig mit Majoran oder Zwiebeln verfeinert.
Blut- und Rotwurst: Diese Wurstsorten zählen zu den traditionsreichen Varianten der deutschen Wurstküche. Je nach Rezeptur können sie schnittfest oder weich sein.
Sülze und Sülzwurst: Fleischstücke, Gemüse oder Ei werden in Gelee (Aspik) eingelegt. Sülzen enthalten häufig weniger Fett als viele andere Wurstsorten und schmecken säuerlich-frisch.
Rohwurst: intensiver Geschmack
Rohwürste sind aufgrund ihres langen Reifeprozesses anspruchsvoll in der Herstellung. Je länger sie reifen, desto kräftiger ist das Aroma. Sie lassen sich in Feste und streichfähige Varianten unterteilen.
fest | streichfähig |
Salami: Der Klassiker der schnittfesten Rohwurst. Von der feinen Mailänder Salami bis zur groben ungarischen Salami gibt es unzählige Varianten. Manche sind luftgetrocknet, andere geräuchert. | Mettwurst & Teewurst: Diese Sorten gehören oft zur streichfähigen Rohwurst. Teewurst ist besonders fein, leicht geräuchert und säuerlich fermentiert. Mettwurst gibt es sowohl grob und streichfähig als auch hart und luftgetrocknet. |
Welche Herstellungsverfahren gibt es bei den verschiedenen Wurstsorten?
Der Charakter einer Wurstsorte entsteht nicht nur durch die Zutaten, sondern vor allem durch die Verarbeitung. Je nach Verfahren verändern sich Aroma, Konsistenz und Haltbarkeit deutlich.
Pökeln und Salzen
Beim Pökeln kommt Nitritpökelsalz zum Einsatz. Es verleiht der Wurst ihre rötliche Farbe und verlängert die Haltbarkeit. Ohne diesen Schritt wäre eine Fleischwurst im Anschnitt grau.
Räuchern oder Lufttrocknen?
Diese Verfahren dienen der Konservierung und beeinflussen das Aroma deutlich.
Räuchern ist typisch für die deutsche Wursttradition. Kaltrauch (bei Rohwurst) sorgt für ein rauchiges Aroma. Heißrauch (bei Brühwurst) gart und aromatisiert gleichzeitig.
Lufttrocknen ist vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Dabei reift die Wurst über längere Zeit bei kontrollierter Luftfeuchtigkeit. Durch den Wasserverlust wird das Aroma intensiver, oft milder als bei geräucherten Produkten.
Kochen und Brühen
Sowohl Kochwürste als auch Brühwürste werden erhitzt, allerdings in unterschiedlichen Phasen. Beim Brühen wird rohes Brät in der Wurst durch Hitze gegart, wodurch es schnittfest wird. Bei Kochwurst sind die Zutaten bereits vorgegart; das anschließende Kochen stabilisiert die Masse und führt zu einer weichen oder gelierten Konsistenz.
Die Nährwerte in der Wurst
Die Wurst liefert Energie sowie wichtige Nährstoffe. Darunter fallen unter anderem:
Proteine: Wurst besteht aus tierischem Fleisch und enthält infolgedessen einen hohen Eiweißgehalt.
Fett: Fett ist ein natürlicher Bestandteil vieler Wurstsorten und dient als wichtiger Geschmacksträger. Streichfähige Rohwürste wie Teewurst enthalten meist mehr Fett als Brühwürste wie Bierschinken oder Geflügelwurst.
Salz: Salz ist essenziell für die Haltbarkeit und den typischen Geschmack vieler Wurstprodukte. Der Salzgehalt kann je nach Sorte variieren.
Die EDEKA RedaktionWenn du auf eine bewusstere Ernährung achtest, greife öfter zu Sorten wie Geflügel-Bierschinken oder Sülze, da diese meist weniger Fett enthalten als eine klassische Salami.
Verwendung von verschiedenen Wurstsorten in der Küche
Wurstsorten unterscheiden sich nicht nur in der Herstellung, sondern auch in der Verwendung. Je nach Sorte bieten sich verschiedene Zubereitungsarten an:
Wurstplatte: Eine abwechslungsreiche Wurstplatte lebt von Kontrasten. Kombiniere schnittfeste, streichfähige, luftgetrocknete und gebrühte Sorten.
Eintöpfe: Im Grünkohleintopf verleihen Mettenden und Cabanossi (Rohwurst) während des Köchelns eine kräftige, rauchige Note.
Grillen: Bratwürste eignen sich gut für den Grill. Bei gepökelten Wurstsorten wie Bockwurst oder Schinkenwurst ist jedoch Vorsicht geboten: Durch die enthaltenen Nitritpökelsalze können sich bei hohen Temperaturen Nitrosamine bilden. Deshalb sollten Wiener Würstchen oder Fleischwurst nicht direkt gegrillt werden.
Die beliebtesten Wurstsorten: eine regionale Entdeckungsreise
Deutschland gilt als Land mit großer Wurstvielfalt. Regionale Spezialitäten prägen das Angebot und spiegeln die kulinarische Tradition vieler Bundesländer wider:
Weißwurst: Eine Brühwurst aus Bayern, die gezuzelt wird und traditionell mitunter aus Kalbfleisch besteht.
Thüringer Rostbratwurst: Sie ist bekannt für ihre charakteristische Würzung mit Majoran.
Ahle Wurst: Das ist eine luftgetrocknete Rohwurst aus Nordhessen, die oft noch warm verarbeitet wird.