Verschiedene Kräuter auf Holzbrett

Kräuterkunde: Kräuter aufbewahren, anbauen und verwenden

Frische Kräuter bringen Farbe und Geschmack in viele Gerichte dank ihrer ätherischen Öle. Wie du Kräuter erkennen, einkaufen oder selbst ziehen kannst, erklären wir hier – ebenso wie die optimale Verwendung in verschiedenen Gerichten sowie die richtige Lagerung.

Frisch, TK oder getrocknet? So verwendest du Kräuter

Frische Kräuter bringen dir das intensivste Aroma und eine saftige Textur, sind aber schnell verderblich. Tiefkühl-Kräuter sind praktisch, lange haltbar und geschmacklich nah an frischen. Sie werden sofort nach der Ernte gehackt und schockgefroren. Getrocknete Kräuter überzeugen durch Vorratstauglichkeit und Würzkraft, schmecken jedoch oft weniger frisch. Je nach Gericht und was für dich im Alltag am praktischsten zu handhaben ist, kannst du die jeweilige Variante wählen:

  • Für warme Gerichte eignen sich getrocknete Kräuter gut – zum Beispiel eine getrocknete Mischung italienischer Kräuter für die Tomatensoße. Durch die Hitze beim Kochen entfaltet sich der Geschmack der getrockneten Kräuter gut. Vorsicht beim scharfen Anbraten: Dabei verbrennen auch getrocknete Kräuter. 

  • Du kannst aber auch für warme Gerichte frische oder tiefgekühlte Kräuter verwenden, wenn du sie zur Hand hast – sie geben deinem Gericht eine noch intensivere Note.
    Achtung: Manche frische Kräuter wie Basilikum sollten nicht erhitzt werden, weil sie dann ihr Aroma verlieren (siehe auch unsere Auflistung unten). Gib frischen Basilikum erst beim Servieren zu deinem warmen Gericht. 

  • Für kalte Gerichte wie Salate, Dips, Salsas oder kalte Häppchen eignen sich frische Kräuter oder Tiefkühl-Kräuter besser.

Frische Kräuter bekommst du das ganze Jahr über in deinem EDEKA Markt – sei es im Bund, verpackt oder im Topf für die Fensterbank.

Schon gewusst?

Die Wissenschaft vermutet, dass wir unseren Speisen schon vor rund 50.000 Jahren mithilfe von Kräutern ein besonderes Aroma verliehen haben. Aufgrund ihrer angenehmen Wirkung auf den Körper war das Kräuterwissen in Europa lange Zeit ein gut gehüteter Schatz der Klöster. Schon früh fand man dort groß angelegte Kräutergärten. In vielen Kulturen gelten unsere Küchenkräuter noch heute als Medizin.

Gut zu wissen: Verantwortlich für den unverwechselbaren Duft und die Wirkung von Kräutern sind die enthaltenen ätherischen Öle.

Kräuter vielseitig in der Küche einsetzen mit unseren Rezepten

Sie machen ein Gericht geschmacklich vielseitiger, bringen interessante aromatische Gegensätze und stehen für frischen Genuss, selbst bei wenig Kochaufwand: Es lohnt sich immer, Kräuter einzusetzen. Wirf einen Blick auf unsere Kräuter-Rezepte. Dort haben wir herzhafte und süße Gerichte gesammelt – z.B. Risotto, Salat, Schnitzel, Kräuterlimonade, Pesto, Aufstrich oder Eis am Stiel.

Großer Teller mit Kartoffelhälften auf Spießen, daneben jede Menge Kräuter, ein Dip und ein Getränk mit Kräutern
Verwende frische Kräuter für Ofengemüse, Aufstriche oder deine Lieblingsgetränke.

Das Gute ist: Viele mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Basilikum passen nicht nur zu herzhaften Gerichten wie Ofengemüse, sondern verfeinern auch deine Süßspeisen. Hast du schon mal einen Obstsalat aus Erdbeeren mit Thymian probiert oder Rosmarin-Apfel-Tarte? Noch mehr Infos dazu, wie du Kräuter in deinen Gerichten verwenden kannst, findest du weiter unten auf dieser Seite im Kräuter-Guide.

Tipp: Wenn du frische Kräuter übrig hast, kannst du sie zu Kräuteröl verarbeiten – so vermeidest du Lebensmittelverschwendung und stellst intensiv schmeckende Öle für deine mediterrane Küche her. Anleitung dazu bekommst du bei unseren Kräuteröl-Rezepten

Noch mehr Inspiration für Rezepte – auch mit Kräutern – bekommst du alle zwei Monate in unserem Kundenmagazin MIT LIEBE.

Probiere diese köstlichen Gerichte mit Kräutern

Die beliebtesten Kräutermischungen: von der Frankfurter Grünen Soße bis zu Kräutern der Provence

Kräutermischungen machen das Würzen einfacher, weil sie fantastisch schmecken und das Gericht gelingsicher machen. Die beliebtesten und am häufigsten eingesetzten Kräutermischungen in der Küche sind: 

  • Kräuter der Provence: Die Mischung besteht aus Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut, Oregano, Basilikum, Majoran sowie häufig auch Lavendelblüten, Fenchel, Salbei, Lorbeer und Estragon. Eignet sich perfekt für Gemüse, Ofengerichte und mediterrane Speisen. 

  • Italienische Kräuter: Die Mischung besteht aus Basilikum, Rosmarin, Oregano und Thymian. Häufig werden auch noch Salbei und Petersilie hinzugefügt. Eignet sich perfekt für Pastasoßen und Pizza. 

  • Mischung für Frankfurter Grüne Soße: Besteht aus Pimpernelle, Petersilie, Kresse, Schnittlauch, Borretsch, Kerbel und Sauerampfer. 

  • Bouquet Garni: ein Kräutersträußchen aus der französischen Küche, bestehend aus Petersilie, Thymian und Lorbeer. Es wird zu Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten gegeben und nach dem Kochen entfernt. 

Kräuter-Guide: Welches Kraut passt zu welchem Gericht?

Aprikosenkuchen mit Rosmarin, Erdbeeren mit Basilikum oder Lammfilet mit Minzpesto: Du findest, das klingt ungewöhnlich? Dann solltest du diese Kombinationen unbedingt mal ausprobieren. Denn in der Kräuterküche ist alles erlaubt, was schmeckt. Ein paar Regeln zur Orientierung gibt es aber dennoch. Wir haben die beliebtesten Geschmackskombinationen sowie Hinweise zur Verwendung zusammengestellt.

Basilikum

  • Geschmack: Pfeffrig, süßlich, frisch

  • Passende Gerichte: Tomate-Mozzarella, Pizza, Pasta, Pesto, Salate. Harmoniert auch mit Erdbeeren, Zitrusfrüchten oder Pfirsich.

  • Verwendung & Hitze: Nicht mitkochen; immer erst kurz vor dem Servieren frisch darübergeben.

Dill

  • Geschmack: Frisch, leicht säuerlich, herb

  • Passende Gerichte: Fisch (Lachs, Forelle), Kartoffeln, (Gurken-)Salat, Dips, Dressings

  • Verwendung & Hitze: Kalt verwenden oder erst am Ende über das warme Gericht streuen.

Petersilie

  • Geschmack: Würzig, frisch, leicht süß 

  • Passende Gerichte: Suppen, Salate, Kartoffeln, Gemüse, Quark, Salsas, Pesto

  • Verwendung & Hitze: Kann mitgekocht werden, verliert aber Aroma; besser frisch gehackt untermischen.

Rosmarin

  • Geschmack: Herb, harzig, intensiv

  • Passende Gerichte: Lamm, Grillfleisch, Kartoffelgerichte, mediterranes Gemüse. Passt in Desserts auch zu Aprikosen, Pflaumen oder Trauben.

  • Verwendung & Hitze: Kann problemlos mitgekocht oder mitgebraten werden. Ideal für Ofengemüse.

Schnittlauch

  • Geschmack: Zwiebelartig, mild

  • Passende Gerichte: Rührei, pochiertes Ei, Suppen, Salate, Frischkäse, Dips

  • Verwendung & Hitze: Nicht erhitzen, da er sonst Geschmack und Farbe verliert. Erst zum Schluss kalt zugeben.

Thymian

  • Geschmack: Würzig, erdig, leicht rauchig

  • Passende Gerichte: Schmorgerichte, Pilze, Geflügel, Hülsenfrüchte, mediterrane Soßen. Passt auch zu Birnen, Feigen, Aprikosen oder Honig.

  • Verwendung & Hitze: Vollwertiges Kochkraut. Passt sich an und entfaltet sein Aroma beim Mitkochen.

Oregano

  • Geschmack: Würzig, kräftig, leicht bitter

  • Passende Gerichte: Pizza, Tomatensoßen, mediterrane Aufläufe

  • Verwendung & Hitze: Mitkochen. Der Geschmack ist intensiv und verträgt Hitze hervorragend.

Minze

  • Geschmack: Frisch, kühl, belebend

  • Passende Gerichte: Desserts, Obstsalate, Sommergetränke, Joghurt. Passt auch zu Pesto, herzhaften Soßen, Lammkarree oder Hackfleisch.

  • Verwendung & Hitze: Behält ihr Aroma besser, wenn sie nicht erhitzt wird, kann aber auch in Hackfleisch eingeknetet oder in einer Kruste zum Überbacken von Fleisch verwendet werden.

Salbei

  • Geschmack: Würzig, leicht bitter

  • Passende Gerichte: Kalbfleisch, Geflügel, Fisch

  • Verwendung & Hitze: Darf erhitzt werden; entfaltet sein volles Aroma besonders beim sanften Erhitzen in Öl oder Butter

Kräuter richtig verwenden: Schneiden, zupfen und mitkochen

Damit Kräuter ihr volles Aroma entfalten, kommt es auf die richtige Verwendung an. Einige Kräuter solltest du möglichst nicht fein schneiden, weil sie dabei schnell Aroma verlieren, Druckstellen bekommen oder unansehnlich werden. Besser ist oft zupfen, grob zerreißen oder im Ganzen mitgaren.

Kräuter hacken oder schneiden
Ob schneiden, zupfen oder mitgaren – die richtige Verwendung hängt von der jeweiligen Kräutersorte ab.
  • Basilikum: lieber zupfen, da die Blätter durchs Schneiden schnell dunkel werden 

  • Minze: besser grob zupfen, damit das frische Aroma erhalten bleibt 

  • Koriandergrün: eher grob hacken oder zupfen, sonst wird es schnell matschig 

  • Petersilie: nicht zu fein schneiden, damit Geschmack und Struktur bleiben 

  • Salbei: große Blättern eher in Streifen schneiden, nicht zerhacken 

  • Lorbeer: wird meist im Ganzen mitgekocht und später entfernt 

  • Rosmarin und Thymian: häufig als ganze Zweige mitgegart, dann entfalten sie ihr Aroma besonders gut 

Grundsätzlich gilt: Zarte Blätter eher schonend behandeln, harte Kräuter eher im Ganzen oder grob geschnitten verwenden. Empfindliche Blätter wie Basilikum, Schnittlauch oder Koriandergrün solltest du erst ganz zum Schluss über das warme Gericht geben. Robuste Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Lorbeer dürfen gut mitkochen, weil sich ihr würziges Aroma langsam entfaltet. 

Wichtig: Kräuter nicht zu fein hacken, und nach dem Zerkleinern gleich weiterverarbeiten oder servieren, damit Geschmack und ätherische Öle bestmöglich erhalten bleiben.

Viele Kräuter lassen sich durch Trocknen lange haltbar machen.

Gekaufte Kräuter frisch halten, trocknen oder einfrieren 

Um Kräuter lange frisch zu halten und zu verhindern, dass sie verwelken, gibt es einen einfachen Trick: Befeuchte ein Küchenhandtuch, wickle sie darin ein und lagere sie im Kühlschrank. So hast du noch tagelang Freude an deinen Kräutern. 

Du kannst Kräuter auch trocknen, um sie haltbar zu machen. Dafür eignen sich vor allem feuchtigkeitsarme Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin oder Oregano. Binde sie in lockere Sträuße und hänge diese kopfüber an einem dunklen, warmen und gut belüfteten Ort auf.

Wichtig: Kräuter vor dem Trocknen nicht waschen, da sie sonst faulen oder schimmeln können. 

Kräuter mit höherem Wassergehalt wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen an der Luft zu viel Geschmack. Friere diese lieber grob gehackt ein. Es eignen sich dafür Gefrierbeutel oder Vorratsdosen.

Tipp: Basilikum solltest du am besten gehackt mit Olivenöl portionsweise in Eiswürfelbehälter geben und dann einfrieren. Das Olivenöl schützt das Aroma des Krauts. 

Zusammengefasst: 

Diese Kräuter trocknest du, um sie haltbar zu machen: 

  • Rosmarin 

  • Salbei 

  • Oregano 

Diese Kräuter frierst du besser ein: 

  • Petersilie 

  • Dill

  • Koriander 

  • Bärlauch 

  • Basilikum 

Am richtigen Standort gedeihen Kräuter besonders gut.

Kräuter selber anbauen und pflegen 

Kräuter lassen sich sowohl im Garten, auf dem Balkon, als auch in der Küche anpflanzen. Welche Kräuter wo am besten gedeihen, hängt vom Standort ab. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Basilikum bevorzugen einen sonnigen Ort, während Dill und Petersilie auch für den Anbau im Halbschatten geeignet sind. Auf der Fensterbank kann Kresse schon nach zwei Wochen geerntet werden.

Zum Selberanbauen von Kräutern brauchst du etwas Geduld und diese Utensilien:

  • Samen 

  • nährstoffarme Anzuchterde (diese ist ungedüngt) 

  • ausreichend Licht 

  • Spezialerde für Kräuter 

  • Töpfe mit Abzugslöchern und Untersetzer (gegen Staunässe) 

Finde zuerst heraus, ob deine Kräutersorten Licht- oder Dunkelkeimer sind. Bis deine Samen keimen, solltest du die Erde stets feucht halten. Beachte, dass unterschiedliche Kräuterarten unterschiedlich große Töpfe benötigen.

Bei gekauften Kräuterpflanzen solltest du ebenfalls einige Regeln für die Pflege beachten. Lies für alle wichtigen Infos unseren Ratgeber zum Anbau und für die Pflege von Kräutern.

Die wichtigsten Fragen rund um Küchenkräuter

Frische Kräuter sollten niemals unter einem harten Wasserstrahl gewaschen werden, da die empfindlichen Blätter sonst knicken und Aroma verlieren. Besser: Die Kräuter kurz in einer Schüssel mit kaltem Wasser schwenken und danach behutsam in einer Salatschleuder oder mit einem Küchentuch trocknen.

Die beiden Sorten unterscheiden sich in Geschmack und Verwendung. Krause Petersilie ist milder und eignet sich hervorragend als Dekoration, da sie Hitze nicht gut verträgt. Sie sollte also nicht mitgekocht werden. Glatte Petersilie hat ein wesentlich intensiveres Aroma und darf problemlos mit in den Suppentopf gegeben werden.

Ja, Küchenmaschinen eignen sich für die Zerkleinerung von größeren Mengen. Wichtig ist jedoch: Die Kräuter müssen nach dem Waschen komplett trocken sein. Sind sie noch feucht, entsteht im Mixer schnell ein unerwünschter Kräutermatsch statt feiner Schnipsel.

Pfefferminze ist lediglich eine von über 600 verschiedenen Minzsorten. Der Hauptunterschied liegt im Mentholgehalt: Dieser ist bei der Pfefferminze deutlich höher, was ihr den typisch scharfen Geschmack verleiht, während andere Minzsorten (z.B. die marokkanische Minze) oft milder und süßlicher schmecken. Außer für Tee und Drinks wird erfrischende Minze in Dips, Soßen und in Süßwaren verwendet.

Dass Koriander für manche Menschen seifig schmeckt, liegt nicht an der Pflanze, sondern an den Genen der Menschen, die ihn essen. Manche Menschen besitzen eine spezielle Variante von Geruchsrezeptoren, die extrem sensibel auf die im Koriander enthaltenen Aldehyde reagieren – Stoffe, die auch in Seife vorkommen.

Topfbasilikum aus dem Supermarkt ist durstig, hasst aber Staunässe. Am besten gießt du die Pflanze nicht von oben über die Erde, sondern gibst das Wasser täglich in einen Untersetzer, damit sich die Wurzeln nehmen können, was sie brauchen. Noch mehr Informationen findest du bei unseren Tipps und Tricks zum Thema Basilikum gießen.

Blattläuse sind für den Menschen nicht giftig. Bei einem leichten Befall können die Kräuter nach einem gründlichen Wasserbad noch verzehrt werden. Sind die Pflanzen jedoch stark befallen oder klebrig, sollten sie entsorgt werden.

Nach dem traditionellen Rezept gehören exakt diese sieben Kräuter in die Soße:  

  • Borretsch 

  • Kerbel 

  • Kresse 

  • Petersilie 

  • Pimpinelle 

  • Sauerampfer 

  • Schnittlauch

Ja, die Stiele des Bärlauchs sind vollständig essbar und extrem aromatisch. Sie können genau wie die Blätter fein gehackt für Pesto, Kräuterbutter oder frische Dips verwendet werden. Informiere dich weiter zum Thema Bärlauch verarbeiten auf unserem Ratgeber.

Weitere interessante Inhalte zum Thema Kräuterkunde