Wie kann man Bärlauch verarbeiten?
Antwort in aller Kürze
Bärlauch verarbeiten kannst du sowohl roh als auch kurz erhitzt, wobei das volle Aroma am besten ohne Hitze erhalten bleibt. Blätter und Stiele sind gleichermaßen verwendbar, aber die Stiele bringen etwas mehr Biss und eine mildere Würze mit. Auch nach der Blüte ist Bärlauch noch essbar, verliert aber an Geschmack. Vor der Verarbeitung solltest du die Blätter gründlich waschen und trocken tupfen.
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Bärlauch richtig verarbeiten: gründlich waschen
Frischer Bärlauch wächst meist in feuchten Laubwäldern und bringt deshalb oft Erde, Sand oder kleine Insekten mit. Bevor du die Blätter weiterverarbeitest, solltest du sie sorgfältig vorbereiten:
Die Blätter in eine große Schüssel mit kaltem Wasser legen und vorsichtig schwenken.
Das Wasser abgießen und den Vorgang ein bis zwei Mal wiederholen, bis kein Sand mehr am Schüsselboden liegt.
Die Blätter einzeln auf einem sauberen Küchentuch oder auf Küchenpapier ausbreiten und trocken tupfen.
Welke oder bräunlich verfärbte Stellen großzügig abschneiden.
Gerade bei wild gesammeltem Bärlauch ist gründliches Waschen wichtig. Achte dabei auch darauf, dass sich keine Blätter von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen daruntergemischt haben. Ein einfacher Test: Wenn du ein Blatt zwischen den Fingern zerreibst und es deutlich nach Knoblauch riecht, handelt es sich um Bärlauch.
Bärlauch mit Stiel verarbeiten – oder lieber ohne?
Die Stiele des Bärlauchs werden oft abgeschnitten und entsorgt, dabei sind sie ebenfalls essbar und aromatisch. Sie schmecken etwas milder als die Blätter und haben eine festere Textur, die sich gut für bestimmte Rezepte eignet.
Für Pesto, Kräuterbutter oder Bärlauchöl: Stiele können problemlos mitpüriert werden. Sie geben dem Ergebnis eine leicht faserige Konsistenz, die sich nach dem Mixen aber kaum bemerkbar macht.
Für Salate oder als Garnierung: Hier eignen sich die zarten Blätter besser, da die Stiele etwas zäher im Biss sind.
Für Suppen und warme Gerichte: Die Stiele kannst du klein geschnitten mitgaren. Sie werden beim Erhitzen weicher und geben ihr Aroma gut an die Flüssigkeit ab.
Grundsätzlich gilt: Je jünger die Pflanze, desto zarter sind auch die Stiele. Früh in der Saison geernteter Bärlauch lässt sich nahezu komplett verwenden.
Sollten Bärlauchblätter vor oder nach der Blüte verarbeitet werden?
Bärlauch ist auch nach der Blüte nicht giftig und kann weiterhin gegessen werden. Allerdings verändert sich der Geschmack: Die Blätter werden kräftiger, leicht bitter und verlieren einen Teil ihres feinen Knoblaucharomas. Gleichzeitig werden sie fester und trockener in der Textur.
Die Haupterntezeit liegt deshalb zwischen März und April, bevor sich die weißen Blütenstände öffnen. In dieser Phase sind die Blätter besonders saftig und aromatisch. Wenn dein Bärlauch bereits blüht, kannst du die Blüten übrigens ebenfalls verwenden. Sie schmecken mild würzig und machen sich gut als essbare Dekoration auf Salaten oder auf Broten mit Frischkäse.
Wie sollte man frischen Bärlauch richtig verarbeiten: roh oder erhitzt?
Das intensive Aroma des Bärlauchs ist hitzeempfindlich. Deshalb gilt: Je weniger du ihn erhitzt, desto mehr Geschmack bleibt erhalten.
Roh verarbeiten: Das macht besonders für Pesto, Kräuterquark, Dips oder Bärlauchbutter Sinn. Hier entfaltet sich das Aroma am stärksten.
Kurz erhitzen: In Soßen, Risotto oder Suppen den Bärlauch erst ganz zum Schluss unterheben und nur wenige Sekunden mitgaren.
Länger mitkochen: Möglich, aber das Knoblaucharoma verflüchtigt sich dabei deutlich. Der Geschmack wird milder und eher grasig.
Die Online RedaktionBärlauch entfaltet sein volles Aroma roh. Wer ihn in warme Gerichte gibt, rührt ihn am besten erst kurz vor dem Servieren unter.
Gefrorenen Bärlauch verarbeiten
Wenn du Bärlauch auf Vorrat eingefroren hast, kannst du ihn direkt ohne Auftauen weiterverarbeiten. Das spart Zeit und verhindert, dass die Blätter matschig werden und Aroma verlieren.
Gefrorene Blätter direkt in den Mixer oder die Küchenmaschine geben, zum Beispiel für Pesto oder Kräuterbutter.
In Suppen oder Soßen die gefrorenen Stücke einfach in die heiße Flüssigkeit geben.
Für kalte Zubereitungen wie Dips den Bärlauch im gefrorenen Zustand fein hacken und dann mit den übrigen Zutaten verrühren.
Beim Einfrieren selbst hast du mehrere Möglichkeiten: Du kannst die gewaschenen und getrockneten Blätter ganz in Gefrierbeuteln einfrieren oder sie vorher grob zerkleinern. Auch als Püree mit etwas Olivenöl lässt sich Bärlauch portionsweise in Eiswürfelformen einfrieren und bei Bedarf einzeln entnehmen.
Frischen Bärlauch verarbeiten und haltbar machen: drei Methoden
Einfrieren: Blätter waschen, trocken tupfen und flach in Gefrierbeuteln einfrieren. Haltbarkeit: etwa acht bis zehn Monate.
Pürieren mit Öl: Bärlauch mit Oliven- oder Rapsöl fein pürieren und in saubere Schraubgläser füllen. Im Kühlschrank hält sich die Paste mehrere Wochen.
Salzen: Bärlauchblätter fein hacken und im Verhältnis 1:1 mit grobem Salz in ein Glas schichten. Dieses Bärlauchsalz eignet sich zum Würzen von Suppen, Soßen und Fleischgerichten.