Was ist Keltern und wie wird daraus Most oder Saft?

Antwort in aller Kürze

Keltern bezeichnet den Prozess des Auspressens von Obst zur Gewinnung von Fruchtsaft. Wenn du dich genauer fragst, was Keltern eigentlich ist, lässt sich der Ablauf in mehrere Schritte gliedern – vom Zerkleinern (Maischen) über das eigentliche Pressen bis hin zum Klären oder Weiterverarbeiten. Auch ein hohes Maß an Hygiene und das richtige Zubehör sind wichtig, um hochwertigen Saft, Most oder Wein herzustellen.

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Erdbeersaft
Frisch gepresster Saft sollte entweder schnell konsumiert oder durch Pasteurisieren und Abfüllen haltbar gemacht werden.

Saft, Most oder Wein? Keltern genau erklärt

Du möchtest eine genauere Antwort auf die Frage, was Keltern ist und wie aus festem Obst flüssiger Genuss entsteht? Hier erfährst du, wie der Prozess abläuft. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es beim Keltern immer um das Auspressen von Früchten geht. Am Ende des Vorgangs steht Saft, Most oder Wein, je nachdem, ob der Saft anschließend gären darf oder nicht.

Der Ablauf beim Keltern: vom Obst zum Saft

Keltern ist genau das, was dir leckeren Frühstückssaft oder den vollmundigen Weißwein auf den Tisch zaubert. Während große Mostereien riesige hydraulische Pressen nutzen, reichen für kleine Mengen im Garten oft mechanische Handpressen mit Spindel oder Hydraulikstempel. Vorbereitet wird das Obst mit Mühle, Häcksler sowie Presstüchern, die Kerne und grobes Fruchtfleisch zurückhalten.

Was ist Keltern? Der Prozess Schritt für Schritt erklärt:

  1. Früchte werden gründlich gereinigt und faulige Vertreter entsorgt.

  2. Durch ihre Zerkleinerung entsteht die sogenannte Maische, eine breiige Masse, die sich deutlich besser entsaften lässt als ganze Früchte.

  3. Nun wird die Maische unter hohem Druck gepresst. Der austretende Saft ist anfangs noch trüb und enthält Schwebstoffe.

  4. Je nachdem, welches Ergebnis gewünscht ist, wird der Saft direkt genossen oder – zum Beispiel nach dem Keltern von Trauben – für die Gärung vorbereitet.

Hygiene und Lagerung: Was ist wichtig beim Keltern?

Sauberkeit ist beim Keltern von Saft und Most besonders wichtig. Reste in der Presse oder an Flaschen können schnell zu Schimmel oder einer ungewollten Gärung führen. Reinige deshalb jedes Zubehör vor und nach dem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser. Beachte zudem, dass frisch gepresster Saft im Kühlschrank oft nur wenige Tage haltbar ist. Planst du eine längere Lebensmittelaufbewahrung, musst du ihn pasteurisieren, also kurz auf etwa 78 bis 80 Grad Celsius erhitzen, und heiß in sterile Flaschen füllen. So bleibt der Saft monatelang haltbar.

FAQ – Was ist Keltern?

Theoretisch lassen sich viele Obstsorten auspressen. Klassisch sind Äpfel, Birnen und Quitten (Kernobst) sowie Trauben. Weiches Beerenobst wie Johannisbeeren wird oft eher dampfentsaftet, kann aber auch kalt gepresst werden und ergibt eine andere Ausbeute und Konsistenz als Kernobst.

Technisch gesehen ist das Keltern von Saft eine Form des Entsaftens mittels mechanischem Druck (Pressen). Im Haushaltsgebrauch versteht man unter dem „Entsaften“ allerdings oft die Nutzung von Zentrifugen oder Dampfentsaftern. „Keltern“ bezeichnet hingegen das Pressen einer zuvor zerkleinerten Fruchtmasse (Maische), wie es vor allem bei der Herstellung von Most oder Wein der Fall ist.

Deine Ausbeute hängt stark von der jeweiligen Apfelsorte, der Reife und dem verwendeten Druck ab. Als Faustregel gilt: Aus zehn Kilogramm Äpfeln erhältst du beim Most-Keltern etwa fünf bis sieben Liter Saft. Lageräpfel, die schon etwas weicher sind, geben oft weniger Saft ab als knackige, saftige Sorten.

Das Schälen ist für das Keltern tatsächlich gar nicht notwendig und wäre bei großen Mengen an Obst auch zu aufwendig. Die Schale bleibt aber auch deshalb dran, weil sie Aromastoffe enthält, die in den Saft übergehen. Stiele und Blätter werden weitestgehend entfernt, da sie Bitterstoffe enthalten können.

Frischer Apfelsaft oxidiert an der Luft sehr schnell und verfärbt sich dann braun. Die Färbung ist ein natürlicher Vorgang und beeinträchtigt den Geschmack nach dem Keltern von Saft kaum. Wenn du eine hellere Farbe behalten möchtest, kannst du etwas Vitamin C (Ascorbinsäure) oder Zitronensaft zur Maische geben und den Saft schnell pasteurisieren.

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