Wie kann man Fisch filetieren und lecker zubereiten?
Antwort in aller Kürze
Um einen Fisch zu filetieren, ist ein scharfes, flexibles Filetiermesser und eine saubere Arbeitsfläche erforderlich. Du schneidest zunächst hinter den Kiemen bis zur Mittelgräte ein und führst die Klinge anschließend flach an der Wirbelsäule entlang bis zum Schwanz. Für grätenfreie Filets werden Bauchgräten weggeschnitten und verbliebene kleine Gräten mit einer Zange gezogen. Hygiene und eine lückenlose Kühlkette sind bei der Verarbeitung von rohem Fisch essenziell.
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Die Grundlagen: Fisch richtig filetieren
Wer frischen Fisch selbst ausnehmen oder den Fisch filetieren möchte, braucht neben etwas Übung passendes Werkzeug und Verständnis für die Anatomie des Tieres. Ziel ist es, möglichst viel Fleisch von den Gräten zu lösen, ohne die feine Struktur des Filets zu verletzen. Die Technik unterscheidet sich bei Rundfischen (wie Forelle, Seelachs, Zander oder Makrele) und Plattfischen (wie Scholle, Seezunge oder Steinbutt) leicht.
Anatomie verstehen: das Prinzip beim Filetieren von Fisch
Ob du eine Makrele filetieren oder dich an einem Seelachs versuchen möchtest: Das Grundprinzip bleibt gleich. Die Wirbelsäule ist dein Wegweiser. Sie verläuft in der Mitte des Fisches vom Kopf bis zum Schwanz. Deine Aufgabe beim Fischfiletieren ist es, das Fleisch links und rechts (beziehungsweise oben und unten bei Plattfischen) von ihr zu lösen.
Rundfische: Hier erhältst du zwei Filets. Du schneidest jeweils eine Seite komplett von der Gräte ab.
Plattfische: Hier entstehen meist vier Filets: zwei von der Oberseite und zwei von der Unterseite.
Das Filetieren einer Forelle unterscheidet sich etwas von der Verarbeitung eines deutlich größeren Lachses, doch das Führen des Messers entlang der Hauptgräte ist bei beiden der Schlüssel zum Erfolg. Du kannst die Forelle im Anschluss grillen und ihr dadurch ein einzigartiges Aroma verleihen.
Kriterium | Rundfische | Plattfische |
Körperform | zylindrisch, Wirbelsäule mittig | flach, Wirbelsäule seitlich |
Anzahl Filets | zwei Filets (links und rechts der Mittelgräte) | vier Filets (zwei auf jeder Seite) |
Erster Schnitt | entlang der Rückenflosse bis zur Mittelgräte | mittiger Längsschnitt entlang der Mittelgräte |
Schnittführung | Messer flach an der Mittelgräte entlangführen | von der Mittelgräte nach außen zu den Flossen arbeiten |
Reihenfolge | erst eine Seite komplett lösen, dann die andere | Oberseite filetieren, dann wenden und Unterseite bearbeiten |
Haut entfernen | optional nach dem Ablösen des Filets | meist nach dem Filetieren, Haut wird häufig abgezogen |
Besonderheit | saubere Führung entlang der Mittelgräte entscheidend | Anatomie erfordert kreuzförmiges Arbeiten entlang der Grätenstruktur |
Welche Werkzeuge eignen sich, um Fisch zu filetieren?
Du möchtest lernen, Fisch zu filetieren? Nutze hierfür ein Filetiermesser mit langer, dünner und flexibler Klinge, um diese eng an den Gräten entlangzuführen und so Schnittverlust zu minimieren.
Zudem benötigst du:
ein großes Schneidebrett (Kunststoff lässt sich heißer reinigen und nimmt weniger Gerüche an als Holz)
eine Grätenzange für den Feinschliff
eine Schüssel für die Abschnitte (Kopf, Gräten)
Wichtig: Der Fisch muss vor dem Filetieren geschuppt (sofern er mit Haut gegessen wird), ausgenommen, gründlich unter kaltem Wasser gewaschen und mit Küchenpapier trocken getupft werden, um Verletzungsgefahren zu vermeiden.
Fisch richtig filetieren: Anleitung Schritt für Schritt
Mit dieser Anleitung gelingt dir das Filetieren von klassischen Rundfischen. Arbeite beim Filetieren des Fisches ruhig und konzentriert.
1. Schritt: der Kopfschnitt
Lege den Fisch mit dem Rücken zu dir auf das Brett. Setze das Messer direkt hinter der Brustflosse und dem Kiemendeckel an. Schneide schräg Richtung Kopf ein, bis du auf die Mittelgräte triffst, ohne sie zu durchtrennen.
2. Schritt: der Rückenschnitt
Drehe die Klinge flach auf die Mittelgräte, die Spitze zeigt zum Schwanz. Schneide mit langen, ziehenden Bewegungen entlang der Wirbelsäule nach hinten. Die Klinge sollte leicht nach unten geneigt sein und direkt auf den Gräten gleiten. Ein leises Geräusch zeigt, dass du nah an der Gräte arbeitest und möglichst wenig Fleisch verlierst.
3. Schritt: Filet abheben
Schneide das Filet vor der Schwanzflosse vollständig ab und löse es sauber vom Fisch.
4. Schritt: die zweite Seite
Wende den Fisch. Beginne wieder am Kopf und wiederhole den Einschnitt hinter dem Kiemendeckel. Führe das Messer wie zuvor entlang der Mittelgräte.
5. Schritt: Trimmen und Entgräten
Entferne die langen Gräten (Rippenbögen) am Bauchsaum mit flach geführtem Messer. Taste anschließend die Mittellinie auf Stehgräten ab und ziehe sie mit einer Grätenzange in Wuchsrichtung heraus. Der Fisch kann später mit Kräutern, Reis oder passender Soße zu Fisch serviert werden.
Herausforderung: Seelachs filetieren und Haut entfernen
Große Fische wie Seelachs oder Kabeljau haben eine festere Textur, was das Fischfiletieren erleichtert. Anspruchsvoller ist oft das Häuten, falls du das Filet ohne Haut servieren möchtest.
So entfernst du die Haut:
Lege das fertige Filet mit der Hautseite nach unten auf den Rand des Brettes.
Setze das Messer am Schwanzende an und schneide bis auf die Haut, ohne sie zu durchtrennen.
Greife die Haut am Schwanzende (ein Küchentuch verhindert Abrutschen) und führe das Messer flach zwischen Haut und Fleisch nach vorn. Ziehe währenddessen die Haut unter dem Messer weg und nicht das Messer aktiv durch das Filet.
Anschließend kannst du den Lachs würzen, braten und servieren.
Hygiene und Sicherheit beim Fischfiletieren
Roher Fisch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel. Möchtest du beispielsweise Seelachs filetieren oder andere Arten verarbeiten, musst du strenge Hygieneregeln beachten, um eine Fischvergiftung zu vermeiden.
Kühlkette: Fisch bis kurz vor der Verarbeitung bei null bis vier Grad Celsius lagern.
Kreuzkontamination: Brett und Messer nach Kontakt mit rohem Fisch heiß reinigen, bevor du andere Lebensmittel darauf schneidest.
Hände waschen: Hände und Utensilien gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel säubern.
Schnittgefahr: Fisch trockentupfen und immer vom Körper weg arbeiten, da er durch die Schleimschicht rutschig ist.
Checkliste: Welche Fehler passieren häufig beim Fischfiletieren?
Wenn das Ergebnis zerrupft aussieht oder noch viele Gräten enthält, liegt es meist an diesen typischen Fehlern:
Stumpfe Messer: Das Fleisch wird gequetscht.
Sägen statt Ziehen: Zu viele Bewegungen zerstören die Faserstruktur. Arbeite in langen Zügen.
Falscher Winkel: Ein zu steiler Winkel trifft die Gräte, ein zu flacher lässt Fleisch zurück.
Keine Kenntnis der Grätenführung: Taste den Grätenverlauf vorab ab.
Mit etwas Geduld wirst du schnell routinierter und kannst schon bald erfolgreich jeden Fisch filetieren.