Welche Arten von Korkenziehern gibt es auf dem Markt?

Antwort in aller Kürze

Es gibt zahlreiche Korkenzieher-Arten: vom einfachen T-Modell über das beliebte Kellnermesser bis hin zu modernen elektrischen Varianten. Zu den gängigsten Modellen zählen der Flügelkorkenzieher mit seiner einfachen Handhabung und der Hebelkorkenzieher für minimalen Kraftaufwand. Profis greifen meist zum Sommelier-Messer, während für ältere Weine spezielle Federzungen-Modelle existieren. Welche Variante die passende ist, hängt von deiner Kraft, Erfahrung und der Nutzungshäufigkeit ab.  

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Korkenzieher öffnet eine Rotweinflasche, unscharfes Weinglas im Hintergrund.

Korkenzieher-Arten und ihre Verwendung im Überblick

Mit dem passenden Korkenzieher lässt sich eine Weinflasche sicher und sauber öffnen. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich vor allem in ihrer Mechanik, im Kraftaufwand und darin, wie schonend sie mit dem Korken umgehen. 

Grundsätzlich lassen sich Korkenzieher in manuelle, mechanisch unterstützte und elektrische Arten einteilen. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die sogenannte „Seele“ der Spirale. Damit ist der kleine Hohlraum in der Mitte gemeint. Er hilft dabei, den Korken sauber herauszuziehen, statt ihn in der Mitte zu zerreißen. 

Welche Korkenzieher gibt es und wie funktionieren sie?

Um den passenden Öffner für deine Küche zu finden, lohnt sich ein Blick auf die Unterschiede. Denn nicht jedes Modell liegt gleich gut in der Hand oder passt zu jeder Weinflasche. 

Das Kellnermesser (Sommelier-Korkenzieher)

Das Kellnermesser ist vor allem aus der Gastronomie bekannt. Es kombiniert drei Funktionen in einem Werkzeug: ein kleines Messer zum Entfernen der Kapsel, die Spirale und einen Hebel. Du drehst die Spirale in den Korken, setzt den Hebel am Flaschenrand an und ziehst den Korken Stück für Stück heraus. Besonders praktisch sind Modelle mit zweistufigem Hebel, weil sich der Korken damit kontrollierter lösen lässt. 

  • Vorteil: Das Kellnermesser ist handlich, präzise und schont den Korken. 

  • Nachteil: Die Handhabung braucht etwas Übung. 

Der Flügelkorkenzieher

In vielen Haushalten ist dieser Öffner der Standard für Dessertweine. Er besitzt eine zentrale Spindel und zwei seitliche „Flügel“ (Hebelarme). Während du die Spirale in den Korken drehst, heben sich die beiden Flügel automatisch an. Drückst du diese anschließend gleichzeitig nach unten, lässt sich der Korken sauber aus der Flasche ziehen. 

  • Vorteil: Der Flügelkorkenzieher lässt sich leicht ansetzen und braucht nur wenig Kraft. 

  • Nachteil: Bei einfachen Modellen kann die Spirale den Korken zu tief durchdringen. Dann können Korkbrösel in den Wein fallen, vor allem wenn die Spirale keine „Seele“ hat. 

Der Hebelkorkenzieher (Rabbit)

Der Hebelkorkenzieher, auch als Rabbit bekannt, ist vor allem dann praktisch, wenn du Weinflaschen schnell und mit wenig Kraft öffnen möchtest. Er umfasst den Flaschenhals und zieht den Korken über einen Hebelmechanismus heraus. So lässt sich die Flasche meist in wenigen Sekunden öffnen. 

  • Vorteil: Der Hebelkorkenzieher ist schnell, komfortabel und braucht nur wenig Kraft. 

  • Nachteil: Das Modell ist recht groß und braucht mehr Platz in der Schublade als andere Korkenzieher. 

Der Glockenkorkenzieher (Twist-Modell)

Der Glockenkorkenzieher, auch als Twist-Modell bekannt, wird auf den Flaschenhals gesetzt und per Drehbewegung bedient. Wenn du oben am Griff drehst, bohrt sich die Spirale in den Korken und zieht ihn anschließend nach oben. Das macht die Handhabung besonders einfach, weil du weder die Richtung wechseln noch einen Hebel einsetzen musst. 

  • Vorteil: Sehr intuitiv, da kein Richtungswechsel oder Hebeln nötig ist. 

  • Nachteil: Je nach Gewindeübersetzung kann das Drehen etwas schwergängig sein. 

Elektrische Korkenzieher-Arten 

Elektrische Korkenzieher sind vor allem dann praktisch, wenn du es besonders bequem haben möchtest oder beim Öffnen wenig Kraft einsetzen willst. In der Regel setzt du das Gerät nur auf die Flasche, drückst den Knopf und wartest kurz. Den Rest übernimmt der Motor, indem er die Spirale eindreht und den Korken automatisch herauszieht. 

  • Vorteil: Sehr komfortabel und fast ohne Kraftaufwand zu bedienen. Viele Modelle haben zusätzlich einen Folienschneider. 

  • Nachteil: Sie brauchen Batterien oder einen geladenen Akku und nehmen meist mehr Platz weg als manuelle Modelle. 

Der Federzungen-Korkenzieher (Spangenkorkenzieher)

Dieser Korkenzieher ist unter allen Varianten der Spezialist für alte, brüchige Korken, beispielsweise in gut gereiften Rotweinen. Er hat keine Spirale, sondern zwei unterschiedlich lange Metallzungen. Diese werden seitlich zwischen Korken und Flaschenhals geschoben. Durch Dreh- und Zugbewegungen wird der Korken unversehrt herausgelöst. 

  • Vorteil: Der Korken wird nicht durchbohrt und kann nicht zerbröseln. 

  • Nachteil: Die Anwendung erfordert Übung, da der Korken sonst schnell in die Flasche gedrückt wird. 

Glas Rotwein, Korkenzieher und zwei Korken auf einem Holzfass.

Der Glockenkorkenzieher wird auch als Twist-Modell bezeichnet, da er lediglich gedreht werden muss.

Woran erkennst du gute Qualität bei Korkenzieher-Modellen?

Viele günstige Korkenzieher-Arten frustrieren bei der Anwendung und erschweren die Lebensmittelhygiene. Achte bei deinem Kauf deshalb auf folgende Merkmale: 

  • Die Spirale: Schaue dir die Spirale genau an. In der Mitte sollte ein kleiner Hohlraum zu sehen sein, die sogenannte Seele. Sie hilft dabei, den Korken sauber zu greifen, statt ihn beim Eindrehen zu stark zu beschädigen. 

  • Beschichtung: Eine beschichtete Spirale gleitet leichter in den Korken. Das macht das Eindrehen angenehmer und kann den Korken schonen. 

  • Verarbeitung: Achte vor allem bei Flügel- und Hebelkorkenziehern auf stabile Gelenke und eine solide Verarbeitung. So bleibt das Modell auch bei häufiger Nutzung zuverlässig. 

Welche Art Korkenzieher passt zu welchem Anlass?

Je nachdem, wie oft du Wein öffnest und worauf du dabei Wert legst, eignen sich unterschiedliche Varianten. 

Wenn du nur ab und zu eine Flasche öffnest: 

Dann ist ein guter Flügelkorkenzieher oft eine praktische Wahl. Er ist einfach zu bedienen, robust und verzeiht kleine Fehler beim Ansetzen. Durch seine Bauweise lässt sich die Spirale meist gut mittig in den Korken drehen. 

Wenn du gern stilvoll und etwas geübter öffnest: 

 

Dann passt ein Kellnermesser gut zu dir. Es ist kompakt, präzise und vor allem bei Menschen beliebt, die Wein bewusster genießen. Praktisch sind Modelle mit beschichteter Spirale und zweistufigem Hebel, weil sich der Korken damit kontrollierter lösen lässt.  

Wenn du es besonders bequem magst: 

 

Dann sind elektrische Korkenzieher oder ein hochwertiger Hebelkorkenzieher eine gute Wahl. Beide Modelle brauchen nur wenig Kraft und sind besonders praktisch, wenn mehrere Flaschen hintereinander geöffnet werden. 

Wenn du häufiger gereifte Weine öffnest: 

Dann lohnt sich ein Federzungen-Korkenzieher. Gerade ältere Korken sind oft empfindlich und können mit einer klassischen Spirale leichter bröseln oder brechen. 

Eine besondere Art, Schaumweinflaschen zu öffnen, ist das Sabrieren. Dabei wird die dumpfe Seite einer Klinge gegen die Glasnaht der Flasche geschlagen. Durch den hohen Innendruck bricht der Hals sauber ab.

Die EDEKA Redaktion
Verschiedene Weinsorten, Korken und Korkenzieher auf Tisch.

Welcher Korkenzieher der richtige ist, hängt von deiner Erfahrung und der Weinart ab.

Tipps für das richtige Öffnen einer Weinflasche mit diversen Korkenziehern

Egal, für welchen Korkenzieher du dich entscheidest: Ein paar Grundregeln helfen immer dabei, die Flasche sauber zu öffnen und den Korken möglichst unbeschädigt zu lösen. Dann kannst du unbeirrt Menüs für Feste genießen oder einen edlen Tropfen zu mediterranen Rezepten trinken. 

1. Kapsel richtig schneiden 

Die Folie (Kapsel) am Flaschenhals sollte immer unterhalb des Wulstes (der Verdickung am Glasmund) abgeschnitten werden. Warum? Wenn der Wein beim Ausgießen über die Schnittkante der Folie läuft, kann er mit Metall oder Klebstoffresten in Kontakt kommen oder unschön tropfen. Nutze deshalb am besten das kleine Messer am Sommelier-Korkenzieher oder einen separaten Kapselschneider. 

2. Die Mitte treffen 

Setze die Spitze der Spirale möglichst mittig auf den Korken. Wenn du sie schräg ansetzt, kann der Korken brechen oder die Spirale stößt an den Flaschenrand. 

3. Nicht durchbohren 

Drehe die Spirale nur so weit ein, dass sie sicheren Halt hat. Ragt sie unten aus dem Korken heraus, können kleine Stücke in den Wein fallen. 

4. Den Korken langsam herausziehen 

Ziehe den Korken gleichmäßig und ohne ruckartige Bewegungen heraus. So vermeidest du Spritzer und reduzierst das Risiko, dass der Korken reißt. 

FAQ – Korkenzieher-Arten

Der Flügelkorkenzieher eignet sich am besten für den Einstieg. Er lässt sich sehr einfach mittig aufsetzen und die Hebelmechanik erfordert kaum Kraft oder Technik. Zudem sind diese Modelle meist sehr robust und preiswert in der Anschaffung. 

Das passiert oft, wenn die Spirale zu schräg eingedreht wurde oder wenn es sich um eine minderwertige Spindel ohne „Seele“ handelt, die deinen Korken innen zerstört. Auch trockene Korken bei falsch gelagerten Weinen können spröde werden und brechen. Ein vorsichtiges, gerades Eindrehen hilft hier meist. 

Ja, besonders wenn du oft viele Flaschen hintereinander öffnest oder wenn du aufgrund von Gelenkproblemen Schwierigkeiten mit manuellen Drehbewegungen hast. Sie sind sehr bequem, benötigen aber regelmäßiges Aufladen oder Batteriewechsel und nehmen mehr Platz weg als manuelle Korkenzieher-Arten. 

Wische die Spirale und das Gehäuse einfach mit einem feuchten Tuch und etwas warmem Wasser ab. Beachte außerdem, dass ein gutes Korkenzieher-Modell, besonders das Kellnermesser oder auch elektrische Modelle, niemals in die Spülmaschine gehören. Bei elektrischen Varianten erklärt sich dies von selbst. Doch auch bei hochwertigen manuellen Korkenzieher-Arten kann die Beschichtung der Spirale leiden. 

Im Prinzip ja, aber Kunststoffkorken sitzen oft fester im Flaschenhals als Naturstopfen. Hier eignen sich Glockenkorkenzieher oder Hebelmodelle mit Teflonbeschichtung besonders gut, da sie den höheren Reibungswiderstand besser bewältigen als einfache Korkenzieher. 

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