Freeganer – mit Pflanzenkost aus dem Müll gegen die Wegwerfgesellschaft
Vegetarier, Veganer, Flexitarier und Frutarier sind dir ein Begriff, aber du hast noch nie von Freeganern gehört? Dann lies weiter und erfahre, wie diese Ernährungsform aussieht.
Konsumkritik beim Essen: Freeganer
Die Vielfalt der alternativen Ernährungsformen nimmt stetig zu und nicht immer fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Zumal die Abgrenzung oft fließend ist und es viele Schnittmengen gibt. So gehören Frutarier zu den Veganern, diese wiederum sind automatisch auch Vegetarier. Und Flexiganer machen bei der rein pflanzlichen Ernährung Ausnahmen und konsumieren hin und wieder tierische Produkte. Die einen essen aus gesundheitlichen Gründen anders als die Mehrheit der Menschen, die anderen sind von einer bestimmten politisch-ethischen Einstellung motiviert. Dazu gehört der Freeganismus. Anhänger dieser veganen Kostform setzen ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft, indem sie sich von Lebensmitteln ernähren, die im Müll landen.
Verwerten statt wegwerfen – freegan leben
In der Praxis sieht das so aus, dass Freeganer "containern" beziehungsweise "dumpstern" gehen: Sie nehmen Nahrungsmittel aus Abfallcontainern mit. In der Regel bedienen sich die Anhänger der Bewegung an Großcontainern, die vor Supermärkten stehen. Dies geschieht nicht wie bei Bedürftigen aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus, sondern aus Überzeugung. Wer freegan lebt, kann sich Essen, Kleidung oder Möbel auch kaufen – geht aber bewusst einen anderen Weg. Ziel ist es, auf den Überfluss in der Gesellschaft und den damit verbundenen Food Waste aufmerksam zu machen. Bei ihrer Ernährung achten Freeganer immer darauf, dass die Lebensmittel nicht verdorben und womöglich gesundheitsgefährdend sind. Meistens handelt es sich um Ware mit rein optischen Makeln oder überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum. Dass diese weggeworfen werden, ist ein Missstand, den auch Nicht-Freeganer immer wieder anprangern.
Freeganer im Konflikt mit dem Gesetz
Ihre Lebensweise stellt Freeganer vor Probleme. Denn in Deutschland ist Containern gesetzlich verboten. Selbst wenn es sich um Müll handelt: Der Inhalt der Abfallbehälter gehört rechtlich den Supermarktbetreibern. Auch mit dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs sehen sich Freeganer auf ihren Sammeltouren konfrontiert. Eine Möglichkeit, die Illegalität zu umgehen, sind Umsonstläden und Tauschregale, in denen ansonsten zum Wegwerfen gedachte Waren bereitgestellt werden.
Du möchtest nicht zum Freeganer werden, aber trotzdem etwas gegen Lebensmittlverschwendung tun? Dann lies unsere Tipps für einen ressourcenschonenderen Alltag.
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