Eine Grafik mit fünf Säulen, auf denen die Kernthemen des Dachziels Verpackungsoptimierung abgebildet sind

Recyclat in Verpackungen: Herstellung, Vorteile und EU-Vorgaben

Recyclat bzw. Rezyklat ist ein Kunststoff, der aus Abfällen recycelt wurde. Hier erfährst du, wie er entsteht, wofür er sich verwenden lässt und welche Bedeutung Recyclat für die Umwelt hat.

Recylat – was ist das genau?

Gemäß fachlich korrekter Definition ist Recyclat ein sogenannter Sekundärrohstoff, da er ein neu gewonnener Rohstoff aus altem Material ist. Für seine Herstellung werden Kunststoffabfälle verwendet, die aus zwei verschiedenen Quellen stammen: 

  • PCR, also Post-Consumer-Rezyklat, stammt aus Abfällen, die nach der Nutzung durch Verbraucher oder gewerbliche Endnutzer anfallen. Dazu können zum Beispiel Kunststoffverpackungen aus Sammelsystemen wie dem Gelben Sack, der Gelben Tonne oder aus Pfandsystemen gehören. Lies dazu auch unseren ausführlichen Beitrag zur Mülltrennung.

  • PIR, also Post-Industrial- oder Pre-Consumer-Rezyklat, stammt aus Produktions- und Verarbeitungsresten der Industrie, die vor der Nutzung durch Endverbraucher entstehen.

Leere Faschen in getrennten Mülleimern
Die getrennte Sammlung von Verpackungen ist der erste Schritt auf dem Weg zu neuen Rohstoffen wie Rezyklat.

Beim mechanischen Recycling werden Kunststoffabfälle zunächst gesammelt, sortiert und zerkleinert. Anschließend werden sie gereinigt, getrocknet und meist aufgeschmolzen, bevor daraus neues Granulat entsteht. Dieses Granulat kann wieder zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte eingesetzt werden. Wie oft ein Kunststoff mechanisch recycelt werden kann, hängt unter anderem von der Kunststoffart, der Sortenreinheit, möglichen Verunreinigungen und dem späteren Einsatzbereich ab. Bei vielen Kunststoffen kann die Materialqualität im Laufe mehrerer Recyclingzyklen abnehmen. Neben dem mechanischen Recycling gibt es chemische Recyclingverfahren. Dabei werden Kunststoffe durch chemische oder thermochemische Prozesse in Ausgangsstoffe, Zwischenprodukte oder Rohstoffe zurückgeführt, die anschließend wieder für die Kunststoffherstellung genutzt werden können. Chemisches Recycling kann besonders für gemischte oder schwer mechanisch recycelbare Kunststoffabfälle relevant sein. Es ist jedoch nicht für jeden Kunststoff und jede Abfallfraktion gleichermaßen geeignet und wird in der Praxis durch technische, ökologische und wirtschaftliche Faktoren begrenzt.

Wo wird Recyclat eingesetzt und welche Vorteile hat es?

PP-Rezyklat findet sich vor allem in Bauprodukten, Garten- und Haushaltsartikeln sowie in bestimmten Non-Food-Verpackungen.  Für umweltfreundliche Verpackungen für Lebensmittel wird bislang überwiegend recyceltes PET (rPET)  bzw. PET Recyclat eingesetzt, insbesondere bei Getränkeflaschen, da die Anforderungen an Sicherheit und Hygiene hier besonders hoch sind. Ob eine Verpackung Rezyklat enthält, lässt sich für Verbraucher und Verbraucherinnen vor allem an einer klaren Angabe zum Rezyklatanteil erkennen, zum Beispiel „Flasche aus 100 % Recyclingkunststoff“ oder „mit 50 % Rezyklatanteil“. Auch anerkannte Siegel können Orientierung geben, wenn deren Kriterien den Rezyklateinsatz tatsächlich abdecken.

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Wir setzen bei Eigenmarken-Verpackungen aus Pappe und Karton verstärkt auf Recyclingmaterial und FSC®-zertifizierte Rohstoffe.

Wichtig zu wissen: Eine ungleichmäßige oder gräuliche Färbung kann zwar ein Hinweis auf Recyclingmaterial sein – sie ist aber kein sicherer Nachweis. Der Einsatz von Rezyklat kann ökologische Vorteile haben, weil weniger fossile Primärrohstoffe benötigt und vorhandene Kunststoffabfälle als Rohstoff genutzt werden. Grob lassen sich folgende Vorteile nennen, die aber je nach Kunststoffart, Recyclingverfahren, Rezyklatanteil und Vergleichsprodukt variieren:

  • CO₂-Einsparungen von bis zu 87 % gegenüber Neuware

  • Energieeinsparung von bis zu zwei Dritteln im Vergleich zu Neuware

  • Ressourcenschutz fossiler Primärrohstoffe (Erdöl)

  • Reduktion von CO₂-Treibhausgasemissionen um 40 bis 70 % im Vergleich zu Neusynthese

  • Verringerung von Plastikmüll

Recyclat-Vorgaben für Verpackungen in der EU 

Die ab 12. August 2026 gültige EU-Verordnung 2025/40 schreibt vor, dass Kunststoffverpackungen bis 2030 Mindestanteile an Post-Consumer-Rezyklat enthalten müssen. Ab 1. Januar 2030 sind das je nach Kategorie zwischen 10 und 35 %, ab 2040 für bestimmte Verpackungskategorien 65 %.

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Für die Wirtschaft bedeutet das:

  • Unternehmen müssen ihre Verpackungen recyclingfähig gestalten.

  • Die Rezyklatanteile sind klar zu belegen, um Greenwashing zu verhindern.

  • Bei Lebensmittelverpackungen ist die Zulässigkeit von Recyclat besonders zu prüfen.

Die Verpackungsverordnung sieht ab 2030 zudem Verbote für bestimmte Einwegkunststoffverpackungen vor. So sollen ab 1. Januar unter anderem Kaffeesahne, Zucker, Würzmittel, Soßen und Gewürze, die im Gastgewerbe genutzt werden, nicht mehr darin verpackt sein. Und auch bei der Kennzeichnung tut sich etwas: Ab August 2028 sollen auf Verpackungen verpflichtend Informationen zur Zusammensetzung stehen, unter anderem auch, ob recycelte Materialien verwendet wurden.