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Interview – Anna Lena van der Felden

Anna Lena van der Felden, Ernährungsexpertin beim DFB, erklärt, warum ausgewogene Ernährung für Profi- und Nachwuchsspielerinnen und -spieler so wichtig ist, welche Herausforderungen die WM 2026 bringt und verrät ihre persönlichen Lieblingsgerichte.

Anna Van der Felden
Anna Lena Van der Felden: DFB-Ernährungswissenschaftlerin.

Anna Lena van der Felden ist Ernährungsexpertin beim DFB und seit 2019 in der Ernährungsberatung im Bereich Sport tätig. Nach ihrer Ausbildung zur Köchin arbeitete sie unter anderem in einem französischen Restaurant mit Michelin-Stern und spezialisierte sich anschließend auf Ernährungsberatung im Profisport. Dabei war sie unter anderem für Organisationen wie Eintracht Frankfurt, Bayer 04 Leverkusen sowie Profi-Radsport-Teams tätig. Heute koordiniert sie beim DFB den Performance-Bereich Ernährung für Nationalmannschaften und die Akademie und arbeitet eng mit der DFB-Akademie zusammen.

Zu ihren Schwerpunkten gehören die Entwicklung und Umsetzung individueller Ernährungskonzepte für Fußballspielerinnen und Fußballspieler. Darüber hinaus begleitet sie Mannschafts- und Trainerteams, organisiert Workshops und führt gemeinsame Kochsessions mit Köchinnen und Köchen durch. Privat ist sie aktive Triathletin, mehrfache Deutsche Meisterin im Towerrunning ihrer Altersklasse und verbringt ihre Freizeit gern aktiv, beispielsweise beim Radfahren.

Ernährung als Schlüssel zur Leistung – Die DFB-Ernährungsexpertin Anna Lena van der Felden im Interview 

Ich habe ursprünglich Köchin gelernt und einige Jahre in der Gastronomie gearbeitet – klassisch im Hotel- und Restaurantbetrieb, auch im Sterne-Restaurant. Danach habe ich mich entschieden zu studieren, bereits mit dem Ziel, für Sportlerinnen und Sportler zu kochen und sie zu beraten. Mich fasziniert besonders die Verbindung von Theorie und Praxis und die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und auf den Teller zu bringen. Es macht mir Freude, wenn ich die Themen über leckeres Essen und Buffets an die Spielerinnen und Spieler weitergeben kann. 

Pauschal ein einzelnes „Powerfood“ zu nennen, ist schwierig, weil es stark von der Situation abhängt. Vor allem nach dem Sport ist es wichtig, die Energiespeicher wieder aufzufüllen – mit einem ausgewogenen Teller aus Proteinen und Kohlenhydraten, z. B. Nudeln, Reis oder Kartoffeln kombiniert mit Hühnchen, Fisch oder vegetarischen Alternativen. Kurz vor dem Training kommen in der Regel eher leicht verdauliche Lebensmittel auf den Teller, die die richtige Energie für die bevorstehende Leistung liefern.

Beim DFB starten wir mit Workshops ab der U15 – männlich und weiblich – und arbeiten uns bis zur U19 vor. Gerade bei den jüngeren Spielerinnen und Spielern fangen wir natürlich bei den Basics an und arbeiten uns dann Jahrgang zu Jahrgang vor, indem wir immer tiefer z. B. in die Themen Nährstoffe, Spieltagsvorbereitung und Regeneration eintauchen. Zusätzlich zu den Workshops in Präsenz, wo wir auch zusammen mit den Spielerinnen und Spielern kochen, gibt es noch kurze zielgerichtete Erklärvideos, Handouts und Tagespläne, die über die Saison verteilt zur Verfügung gestellt werden. Vor Turnieren stellen wir nochmal spezifische Infos bereit, z. B. zur Verpflegung bei langen Reisen oder klimatischen Bedingungen. 

Die Vorbereitung für die WM hat für uns im Hintergrund schon Anfang 2025 begonnen. Herausforderungen sind natürlich die teilweise langen Reisedistanzen und auch die klimatischen Bedingungen. In manchen Regionen wird es relativ warm sein, was berücksichtigt werden muss. Hier arbeiten wir z. B. an Strategien, um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Kühlstrategie der Spieler zu gewährleisten. Das betrifft das Training und natürlich auch den Spieltag. Außerdem prüfen wir die Verfügbarkeit und Qualität von Lebensmitteln vor Ort. Unser Team reist mit eigenen Köchinnen und Köchen, um hohe Standards zu sichern. 

Man kann sich gut an dem orientieren, was man oft hört: Viel Obst und Gemüse für Vitamine und Mineralstoffe, Eiweiß zu jeder Mahlzeit und – je nach Trainingsintensität – ausreichend Kohlenhydrate wie Reis, Nudeln, Brot oder Haferflocken. Wichtig ist auch, möglichst selbst zu kochen, um Zusatzstoffe zu vermeiden, die leider häufig in Fertigprodukten enthalten sind. Wer vegan lebt, sollte sich intensiver mit der Qualität der Eiweißquellen auseinandersetzen, aber es ist auf jeden Fall möglich. Die Basis ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Danach schaut man spezifisch, welche sportliche Aktivität stattfindet und passt die Ernährung an – z. B. Portionsgrößen oder die Verteilung der Nährstoffe. 

Das ist sehr unterschiedlich, zum Beispiel Bananenbrot – das kommt bei den Spielern sehr gut an und ist auch alltagstauglich. Am Spieltag wird die Rezeptur so angepasst, dass es nicht zu fettig ist, sondern mehr Kohlenhydrate liefert. Milchreis passt auch gut in den Alltag und hat am Spieltag einen sehr hohen Stellenwert. 

Ganz klassisch: Pellkartoffeln mit Quark und einem schönen Salat. Damit bin ich glücklich. 

Ernährung beeinflusst die Energieverfügbarkeit – wenn die Speicher in der 70. Minute leer sind, ist das schwierig zu kompensieren. Studien zeigen, dass ausreichende Kohlenhydratzufuhr die Leistungsfähigkeit und auch kognitive Aspekte wie Aufmerksamkeit und Passgenauigkeit verbessert. Außerdem spielt die Regeneration eine sehr wichtige Rolle. Insbesondere in Turnierphasen, wo manchmal nur kurze Pausen entstehen. Ernährung und Schlaf sind hier sehr wichtige Strategien. Kurz gesagt: Der Körper muss gesund sein, um Leistung zu bringen – und Ernährung ist dafür essenziell. 

Rezepte aus der DFB-Küche

  • Eine Schale mit cremigem reis, getoppt mit roter Soße, frischen Erdbeeren und einer Zimt-Zucker-Mischung

    Veganer Milchreis

    • Zubereitungsdauer
      50 min.
    • Ernährungsweise
      Vegan
    • Ernährungsweise
      Glutenfrei
    • Ernährungsweise
      Vegetarisch
    • Ernährungsweise
      Laktosefrei