Ein Weg durch einem Laubwald mit grünen Bäumen

Unsere wissenschaftsbasierten Klimaziele

Wir wollen unserer Verantwortung als größter deutscher Lebensmitteleinzelhändler nachkommen und arbeiten gemeinsam mit unserem langjährigen Partner WWF an der systematischen Reduktion unserer Treibhausgasemissionen.

Die Grundlage dafür bildet unser Klimatransitionsplan, der derzeit erarbeitet wird und erstmals mit dem Geschäftsbericht 2027 veröffentlicht wird. Der Plan wird kontinuierlich weiterentwickelt und künftig jährlich im Rahmen der Berichterstattung aktualisiert, um unsere Fortschritte und Maßnahmen transparent darzustellen.

Das Ziel definiert die Maßnahmen

Lebensmittel sollen nicht nur lecker, sondern auch zukunftsfähig sein. Ganz nach der Devise „das Ziel definiert die Maßnahmen“ haben wir daher unsere Netto-Null-Ziele von der Science Based Targets initiative (SBTi) validieren lassen, um unseren Beitrag zum Pariser Klima-Abkommen und dem 1,5-Grad-Ziel zu leisten.

Was genau dahinter steckt und was das für eine Mammut-Aufgabe ist, erklärt der Umweltexperte Dirk Steffens in folgendem Video-Beitrag.

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Treibhausgase reduzieren

Steigende Treibhausgasemissionen lösen unter anderem mit steigenden Temperaturen und Wetterextremen immer neue Kettenreaktionen aus, die die Macht haben, Lebensräume zu zerstören, Ernten zu vernichten und uns auch in Zukunft vor schwer lösbare Probleme zu stellen. Um dem Klimawandel und seinen schwerwiegenden Folgen für Natur, Gesellschaft und Wirtschaft entgegenzuwirken, muss die globale Erwärmung auf 1,5 °C begrenzt werden. Dafür müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen ab jetzt sinken. Die EU möchte bis spätestens 2050 auf Netto-Null kommen, Deutschland bereits bis 2045.

Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben uns deshalb den Netto-Null-Zielen der SBTi verpflichtet. Schon 2022 haben wir uns der SBTi angeschlossen und waren im August 2024 der erste deutsche Lebensmitteleinzelhändler, dessen Netto-Null-Ziele durch die Initiative wissenschaftlich validiert wurden.

Die Science Based Targets initiative (SBTi) ist eine gemeinsame Initiative des Carbon Disclosure Project (CDP), dem United Nations Global Compact, dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF). Sie unterstützt Unternehmen dabei, wissenschaftlich fundierte Klimaziele zu setzen, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Diese Ziele werden auf Basis der neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft entwickelt und sind darauf ausgerichtet, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C entsprechend des Pariser Klimaabkommens zu begrenzen. Unternehmen, die sich der SBTi anschließen, verpflichten sich, ihre Emissionen zu reduzieren und ihre Fortschritte transparent zu berichten.

Weitere Informationen zu den SBTi validierten Zielen finden du auf der SBTi Website: Target dashboard - Science Based Targets Initiative

Logo "SCIENCE BASED TARGETS"

Wenn ein Unternehmen sich verpflichtet, das Netto-Null-Ziel zu erreichen, muss es Maßnahmen ergreifen, Emissionen sowohl im eigenen Unternehmen als auch entlang der Lieferkette zu reduzieren und zu vermeiden. Nach Definition des IPCC werden Netto-Null-Emissionen erreicht, wenn die vom Menschen verursachten Emissionen durch die Entfernung derselben Emissionsmenge aus der Atmosphäre ausgeglichen werden. Der sogenannte Corporate Net-Zero Standard der SBTi bietet hierfür einen wissenschaftlich fundierten Rahmen und unterstützt Unternehmen dabei, Klimaziele im Einklang mit dem 1,5-°C-Ziel festzulegen.

Wie erreichen wir unsere Klimaziele?

CO₂ = Kohlendioxid | CH₄ = Methan | N₂O = Distickstoffmonoxid

EDEKA muss seine Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich reduzieren. Dafür wurden kurz- und langfristige Ziele festgelegt. Im Fokus stehen dabei nicht nur die direkt beeinflussbaren Emissionen (Scope 1 und 2), wie der Stromverbrauch für Kühlanlagen oder der Treibstoffverbrauch von LKW, sondern auch die Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Lieferkette (Scope 3).

Bis 2045 will die EDEKA-Zentrale mit ihren Tochtergesellschaften wie z. B. dem Netto Marken-Discount und der Budni Handels- und Servicegesellschaft ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2022 um 90% senken. Um dieses langfristige Ziel zu erreichen, wurden sechs konkrete Klimaziele definiert, die sich auf unterschiedliche Bereiche der Unternehmensaktivitäten beziehen. Diese Ziele basieren auf den Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi) und berücksichtigen sowohl direkte als auch indirekte Emissionen.

Ziel 1: Kurzfristige Reduktion von Scope 1 & 2

Das erste Ziel betrifft die kurzfristige Reduktion der Emissionen aus eigenen Gebäuden, Fahrzeugen und dem Energieverbrauch – also den sogenannten Scope 1 und Scope 2 Emissionen. Bis zum Jahr 2028 sollen diese Emissionen um 33,6% im Vergleich zum Basisjahr 2022 gesenkt werden. EDEKA beabsichtigt nicht, Kompensationen zur Erreichung dieses Ziel einzusetzen.

Zentrale Maßnahmen:
In dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns auf die folgenden Dekarbonisierungshebel. Die Berechnung der erwarteten Emissionsveränderung in % basiert auf einer Szenarioanalyse bis 2028.

  • Ausbau erneuerbarer Energien und Grünstrombezug: −31 %

  • Energieträgerwechsel in Heizsystemen: −0,33 %

  • Energieträgerwechsel im Fuhrpark: −0,86 %

  • Wechsel zu klimafreundlichen Kältemitteln: −1,1 %

  • Energieeffizienz: −1,5 %                     

Ein Großteil der inländischen Standorte des EDEKA ZENTRALE Konzerns wird von der EDEKA Versorgungsgesellschaft mbH (EVG) mit Strom versorgt. In 2025 hat diese den Grünstromanteil für den EDEKA ZENTRALE Konzern auf 100 % erhöht. Hierbei wurde der vollständige Umstieg auf Grünstrom für sämtliche Niederlassungen und Filialen von Netto Marken‑Discount sowie für zahlreiche Logistik‑, Produktions‑, Büro‑ und Frischeplattform-Standorte des EDEKA‑Verbunds umgesetzt.

Bestehende Heizsysteme mit fossilen Energieträgern (überwiegend Erdgas und Öl) werden sukzessive durch moderne Heizsysteme (z.B. Wärmepumpen) ersetzt. Durch die Umstellung der Wärmeversorgung wird erwartet, dass die Scope 1 und 2 Emissionen im Betrieb redu­ziert werden. Die Maßnahmen unterstützen die Erreichung der Klimaziele, indem sie den Energiebedarf senken und den Einsatz emissionsärmerer Technologien fördern.

Um die Emissionen im eigenen Betrieb zu reduzieren und die Klima­ziele zu erreichen, verfolgt EDEKA die schrittweise Umstellung des Fuhrparks und der Dienstwagenflotte auf klimafreundliche­re Antriebstechnologien. Dadurch wird der Anteil emissionsfreier oder emissionsarmer Fahrzeuge erhöht und die Abhängig­keit von fossilen Kraftstoffen verringert.

Bestehende Kälteanlagen werden am Ende ihrer Nutzungsdauer ausgetauscht und durch Anlagen mit klimafreundlicheren Kältemitteln ersetzt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, direkte THG-Emissionen aus dem Betrieb der Kälteanlagen zu reduzieren und die Kälte­technik schrittweise an emissionsärmere Standards anzu­passen.

Mithilfe zertifizierter Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001 werden Einsparpotenziale bei den Standorten des EDEKA ZENTRALE Konzerns kontinuierlich identifiziert und adressiert. Auf Basis dieser Analysen werden standortbe­zogene Effizienzmaßnahmen umgesetzt, insbesondere Investitionen in Gebäudetechnik wie LED‑Um­rüstungen, die Optimierung von Heiz‑, Druckluft‑ und Pro­duktionsanlagen, Maßnahmen zur effizienteren Beheizung, Kälteanlagentausch sowie das Nachrüsten von Wärmerück­gewinnung.

Ziel 2: Langfristige Reduktion von Scope 1 & 2

Das zweite Ziel ist langfristig angelegt und sieht vor, die Scope 1 und Scope 2 Emissionen bis zum Jahr 2045, um insgesamt 90% zu reduzieren. 

Zentrale Maßnahmen:
In dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns auf die folgenden Dekarbonisierungshebel. Die Berechnung der erwarteten Emissionsveränderung in % basiert auf einer Szenarioanalyse bis 2045.

  • Ausbau erneuerbarer Energien und Grünstrombezug: −50,8 %

  • Energieträgerwechsel in Heizsystemen: −0,5 %

  • Energieträgerwechsel im Fuhrpark: −0,86 %

  • Wechsel zu klimafreundlichen Kältemitteln: −0,7 %

  • Energieeffizienz: −1,73 %

Zum jetzigen Zeitpunkt ergibt sich aus unserer Szenarioanalyse eine Innovations- und Skalierungslücke von etwa 35%. Das bedeutet, dass wir mit den aktuell geplanten Maßnahmen innerhalb der beschriebenen Dekarbonisierungshebel unser langfristiges Ziel nicht erreichen werden, die Scope 1 und 2 Emissionen bis zum Jahr 2045, um insgesamt 90 % zu reduzieren. Wir planen die Erschließung zusätzlicher Reduktionspotenziale durch neue Innovationen, technologische Entwicklungen und effektive Lösungsansätze, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden oder noch nicht ausreichend skaliert verfügbar sind.

Bei der Interpretation der erwarteten Emissionsverände­rungen ist zu berücksichtigen, dass diese nicht ausschließ­lich auf die Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen zurückzuführen sind. Auch externe und operative Faktoren können die ausgewiesenen Einsparungen erhöhen oder ver­ringern. Dazu zählen unter anderem organisches und an­organisches Unternehmenswachstum, etwa durch höhere Produktionsmengen oder den Zukauf weiterer Standorte, witterungsbedingte Effekte wie ein erhöhter Wärmebedarf in kälteren Jahren oder eine höhere Eigenstromerzeugung durch zusätzliche Sonnenstunden, Schwankungen in der Produk­tionsauslastung sowie methodische Anpassungen, beispiels­weise durch genauere Messungen, aktualisierte Emissionsfak­toren oder verbesserte Hochrechnungsmethoden.

Aktueller Stand: Scope 1 und Scope 2 THG Emissionen −56%

Ziel 3: Kurzfristige Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen (Scope 3 FLAG)

Das dritte Ziel bezieht sich auf die Emissionen, die in der landwirtschaftlichen Produktion entstehen – also auf sogenannte FLAG-Emissionen (Forest, Land and Agriculture). Diese machen einen großen Teil der indirekten Emissionen (Scope 3) aus. Bis zum Jahr 2032 sollen diese Emissionen um 36,4% gesenkt werden.

Wir sind uns bewusst, dass ein erheblicher Teil dieser Emissionen mit unseren Zulieferern zusammenhängt, und verstehen, dass substanzielle Veränderungen von starken Partnerschaften und einer sinnvollen Zusammenarbeit mit ihnen abhängen. EDEKA beabsichtigt nicht, Kompensationen zur Erreichung dieses Ziels einzusetzen.

Zentrale Maßnahmen:

In dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns auf die folgenden wichtigen Reduktionshebel:

  • Förderung emissionsärmerer und zukunftsfähiger Anbaumethoden (Reduktion um 12 %): Der Konzern unterstützt gezielt agrarökologische und emissionsärmere Praktiken entlang der vorgelagerten Lieferkette. Dazu zählen unter anderem Präzisionslandwirtschaft, ein optimierter Einsatz von Düngemitteln, reduzierte Bodenbearbeitung, Zwischenfruchtanbau sowie Agroforstsysteme. Die Umsetzung und Skalierung dieser Ansätze werden durch langfristige Lieferantenbeziehungen sowie Co‑Investitionen unterstützt. Bestehende Feldprojekte im Zitrus‑, Bananen‑ und Kakaoanbau werden derzeit weiterentwickelt und dienen als praxisnahe Beispiele für klima‑ und umweltfreundlichere Produktionsweisen. Ergänzend wurde im Berichtsjahr ein Kooperationsprojekt mit vier Molkereien und landwirtschaftlichen Betrieben initiiert, um Emissionen in der Milchwirtschaft zu reduzieren. Für die kommenden Jahre ist vorgesehen, die Maßnahmen weiter zu skalieren und schrittweise auf zusätzliche relevante Lieferketten auszuweiten.

  • Förderung pflanzenbetonter Ernährung und Ernährungstransformation (Reduktion um 9 %): Im Rahmen der Förderung einer pflanzenbetonten Ernährung setzen wir kommunikative und vermarktungsbezogene Maßnahmen um, um Kund:innen für vegane und vegetarische Ernährungsweisen zu sensibilisieren. Gemeint sind hiermit inspirierende Inhalte, Rezepte und Tipps auf Sozialen Medien und in Podcasts, Produktinnovationen und die Erhebung des sogenannten Protein Splits.

  • Landnutzungsänderungen (Reduktion um 3 %): Diese Verringerung erreichen wir, indem wir unsere Selbstverpflichtung zu entwaldungs- und umwandlungsfreien Lieferketten schrittweise umsetzen. Dazu werden zentrale Risikorohstoffe wie Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee, Holz und Rindfleisch auf entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten umgestellt und durch Monitoring, Nachweiserhebung sowie risikobasiertes Lieferantenmanagement abgesichert.

  • Lebensmittelabfälle (Reduktion um <1 %): Diese Verringerung erreichen wir durch die Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette. Dazu setzen wir auf Prozessoptimierungen sowie Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Verbraucher:innen, um den bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu fördern und Abfallmengen zu reduzieren.

  • Reduktion um 22 % über weitere Hebel zur Dekarbonisierung: Diese Reduktion soll durch die weitere Skalierung bestehender Klimaschutzmaßnahmen sowie die Entwicklung und Einführung zusätzlicher Dekarbonisierungslösungen erreicht werden.

Aktueller Stand: Scope 3 FLAG THG Emissionen −4%

Ziel 4: Langfristige Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen (Scope 3 FLAG)

Das vierte Ziel verfolgt die langfristige Reduktion der landwirtschaftlichen Emissionen bis zum Jahr 2045. Hier strebt EDEKA eine Reduktion um 72 % an.

Zentrale Maßnahmen:
In dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns über den kurzfristigen Zeithorizont hinaus auf die folgenden wichtigen Reduktionshebel:

  • Förderung emissionsärmerer und zukunftsfähiger Anbaumethoden (Reduktion um 45%): Langfristig soll der Beitrag emissionsärmerer und zukunftsfähiger Anbaumethoden deutlich ausgeweitet werden. Dazu zählen insbesondere die Skalierung regenerativer Landwirtschaftsansätze sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Kohlenstoffbindung in Böden und Biomasse. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Lieferanten und landwirtschaftlichen Betrieben.

  • Förderung pflanzenbetonter Ernährung und Ernährungstransformation (Reduktion um 23 %): Langfristig soll die Weiterentwicklung des Sortiments dazu beitragen, den Anteil emissionsärmerer Produkte zu erhöhen. Ergänzend werden Maßnahmen zur Förderung einer ausgewogenen und stärker pflanzenbetonten Ernährung weiterentwickelt.

  • Landnutzungsänderungen (Reduktion um 13 %): Langfristig soll die vollständige Umsetzung entwaldungs- und umwandlungsfreier Lieferketten abgesichert und auf relevante Lieferketten ausgeweitet werden. Dadurch sollen Emissionen aus Entwaldung und Landumwandlung dauerhaft vermieden werden.

  • Lebensmittelabfälle (Reduktion um 13 %): Langfristig soll die Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette weiter vorangetrieben werden. Dazu werden bestehende Ansätze zur Vermeidung von Verlusten und zur Sensibilisierung von Verbraucher:innen kontinuierlich weiterentwickelt.

  • Reduktion um 24% über weitere Hebel zur Dekarbonisierung: Hierzu zählen insbesondere Innovationen entlang der Wertschöpfungskette, die Weiterentwicklung emissionsärmerer Produktions- und Lieferkettenansätze, neue technische Lösungen sowie der Ausbau erfolgreicher Pilot- und Kooperationsprojekte.

Ziel 5: Kurzfristige Reduktion sonstiger Lieferketten-Emissionen (Scope 3 E&I)

Das fünfte Ziel betrifft andere indirekte Emissionen, die nicht aus der Landwirtschaft stammen – zum Beispiel aus dem Transport, der Nutzung und Entsorgung von Produkten. Bis 2032 sollen die sogenannten Emissionen aus E&I (Energy & Infrastructure) aus der Nutzung verkaufter Produkte um 30 % und alle anderen Scope 3 Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte um 50,4 % gesenkt werden. Die Erreichung dieses Ziels stellt derzeit eine Herausforderung dar. EDEKA analysiert deshalb fortlaufend Reduktionspotenziale und stimmt sich konzernweit zu geeigneten Maßnahmen ab. Ein Beitrag zur Zielerreichung wird insbesondere durch die fortschreitende Dekarbonisierung der europäischen Stromversorgung erwartet. Darüber hinaus verfolgt EDEKA das Ziel, u.a. elektronische Geräte und Beleuchtung im Sortiment so energieeffizient wie möglich zu gestalten, wodurch die nutzungsbedingten Emissionen verkaufter Produkte reduziert werden.

Außerdem sollen sich 85,33 % der Lieferanten, gemessen an ihrem Emissionsanteil, eigene wissenschaftsbasierte Klimaziele setzen. Als Maßnahme wurde im Jahr 2026 ein freiwilliges Trainingsprogramm zur Entwicklung wissenschaftsbasierter Klimaziele bei der SBTi für Lieferanten entwickelt. Lieferanten hatten in diesem Zug die Möglichkeit Fragen einzureichen, die anschließend gebündelt beantwortet wurden. Das Trainingsprogramm mit einem FAQ-Teil steht Lieferanten dauerhaft zur Verfügung. Geplant sind weitere Maßnahmen zur Befähigung von Lieferanten ab Q1/2027.

Ziel 6: Langfristige Reduktion sonstiger Lieferketten-Emissionen (Scope 3 E&I)

Das sechste Ziel ist langfristig ausgerichtet und sieht vor, alle E&I-Emissionen bis zum Jahr 2045 um 90 % zu reduzieren. 

Zentrale Maßnahmen:
In dem Bestreben, dieses Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns auf die folgenden wichtigen Dekarbonisierungshebel:

  • Nutzungsphase (Reduktion um 15 %): Förderung energieeffizienterer Produkte, um den Energieverbrauch während der Nutzungsphase zu senken.

  • Non-Food (Reduktion um 31 %): Zusammenarbeit mit Non-Food-Lieferanten zur Reduktion produktbezogener Emissionen sowie kontinuierliche Weiterentwicklung der Sortimente. Zusätzlich werden zirkuläre Geschäftsmodelle wie Leasing als potenzielle Reduktionsmaßnahmen geprüft.

  • Transport (Reduktion um 9 %): Unterstützung der Umstellung auf kohlenstoffärmere Transportlösungen und Kraftstoffe entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette.

  • Verpackungen (Reduktion um 20 %): Umsetzung des Konzepts für die nachhaltigere Beschaffung des Eigenmarkensortiments, das unter anderem Anforderungen an Verpackungsmaterialien und ressourcenschonendere Lösungen beinhaltet.

  • Weiterverarbeitung (Reduktion um 14 %): Förderung emissionsärmerer Produktionsprozesse in den Lieferketten, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien.

Reduktion um 28 % über weitere Hebel zur Dekarbonisierung: Erschließung zusätzlicher Reduktionspotenziale durch Innovationen, technologische Entwicklungen und neue Lösungsansätze, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden oder noch nicht ausreichend skaliert verfügbar sind.

Eine Grafik zu kurz- & langfristigen Reduktionsmaßnahmen von Emissionen in der Wald- & Agrarwirtschaft sowie Energie & Industrie

Alle Maßnahmen zur Reduktion der Scope 3 Emissionen beziehen sich sowohl auf Marken- als auch auf Eigenmarken-Produkte.

Ausblick: Weitere Reduktionspotenziale und Innovationsbedarf

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht abschließend bestimmen, welche zukünftigen Technologien und Innovationen konkret zur Schließung der verbleibenden Emissionslücke beisteuern werden und welchen Beitrag die einzelnen Lösungen leisten können.

Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass ein Teil der notwendigen Emissionsminderungen von Entwicklungen abhängt, die heute noch nicht vollständig absehbar sind. Die bisherigen Analysen zeigen wesentliche Handlungsfelder und Reduktionshebel auf, die in die weitere Ausarbeitung des Klimatransitionsplans einfließen.

Darüber hinaus beobachten und bewerten wir kontinuierlich innovative Lösungen mit Potenzial zur weiteren Reduktion von Treibhausgasemissionen. Dazu zählen beispielsweise neue Ansätze in der regenerativen Landwirtschaft, innovative Futtermittel zur Verringerung landwirtschaftlicher Emissionen, Fortschritte bei klimafreundlichen Kältemitteln, emissionsarme Transport- und Logistiklösungen, digitale Technologien zur Verbesserung der Datenqualität und Steuerung von Lieferketten sowie neue Verfahren zur Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien.

Unser Ansatz umfasst die kontinuierliche Bewertung und Förderung skalierbarer Innovationen, die Zusammenarbeit mit Lieferanten, Wissenschaft, Verbänden und weiteren Partnern sowie die Berücksichtigung technologischer und regulatorischer Entwicklungen. Durch die Kombination kurzfristig wirksamer Maßnahmen mit langfristigen Innovationsansätzen wollen wir die Transformation unseres Geschäfts und unserer Wertschöpfungsketten aktiv vorantreiben.

Erst vermeiden und reduzieren, dann neutralisieren.

Über unser Reduktionsziel von 90 % hinaus erwägen wir, die verbleibenden, zu dem Zeitpunkt nicht vermeidbare Emissionen gemäß den Anforderungen der SBTi durch hochwertige und dauerhafte Maßnahmen zur Kohlenstoffentfernung zu neutralisieren. Dabei werden wir sicherstellen, dass wir ausschließlich auf zertifizierte Projekte setzen, die Zusätzlichkeit, Dauerhaftigkeit und hohe ökologische sowie soziale Standards gewährleisten.

Wir folgen dem Prinzip: erst vermeiden und reduzieren, dann neutralisieren. Nicht vermeidbare Restemissionen werden ab dem Zieljahr 2045 vollständig neutralisiert. Nur die letzten 10 % unvermeidbarer Emissionen sollen durch hochwertige Neutralisierungsmaßnahmen ausglichen werden.

CO₂e steht für Kohlendioxid-Äquivalent und ist eine Maßeinheit, um die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase in Bezug auf Kohlendioxid (CO₂) zu vergleichen.

Treibhausgase, wie Methan (CH₄), Lachgas (N₂O) und Fluorkohlenwasserstoffe (F-Gase) tragen unterschiedlich stark zur globalen Erwärmung bei. Beispielsweise hat Methan über einen Zeitraum von 100 Jahren ein globales Erwärmungspotenzial (GWP) von etwa 25, das bedeutet, dass 1 Tonne Methan dieselbe Wirkung hat wie 25 Tonnen CO₂.

Der CO₂e-Wert definiert also, wie viel Kohlendioxid (in Tonnen) emittiert werden müsste, um denselben Erwärmungseffekt zu haben wie das betrachtete Treibhausgas.

Scope 1-Emissionen umfassen alle direkten Emissionen, die aus der eigenen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens im engeren Sinne resultieren (z. B. durch Wärmeerzeugung, Kühlung und den eigenen Fuhrpark).

Scope 2-Emissionen umfassen die indirekten Emissionen, die aus der Erzeugung der von einem Unternehmen beschafften Energie resultieren (z. B. indirekte Emissionen aus gekauftem Strom oder aus Fernwärme/-kälte).

Scope 3-Emissionen umfassen alle sonstigen indirekten Emissionen, die aus vor- und nachgelagerten Unternehmenstätigkeiten resultieren (z. B. Emissionen aus der Herstellung und der Nutzung verkaufter Waren, Geschäftsreisen, Berufsverkehr der Mitarbeitenden). Diese machen häufig den Großteil unternehmensbezogener Treibhausgasemissionen aus. Bei EDEKA betrifft das in erster Linie den Anbau und die Verarbeitung unserer Produkte.