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Roter Sauser - seltener Jungwein

Roter Sauser: ein spritziger und prickelnder Genuss im Herbst.

„Roter Sauser“, auch als „Federroter“ bekannt, ist eine seltene Variante des neuen, jungen Weins aus roten Rebsorten. „Federroter“ werden fast alle Jungweine genannt, die sich in den Zwischenstufen vom roten Traubenmost zum fast durchgegorenem Jungwein befinden. Nach Abschluss aller Gärungen wird daraus ein Rotwein.

Wie jeder junge Wein, enthält der „Federrote“ Hefezellen, die als weiße Streifen im Wein schweben. An der Bergstraße und in Rheinhessen wird er aufgrund seiner berauschenden Wirkung auch „Roter Rauscher“ genannt. Im fränkischen Weinbaugebiet ist er bekannt als „Roter Sauser“, durch seine anregende Wirkung auf den Darm. Von „Sauser“ spricht man, sobald im gepressten Traubenmost, der bis zu 25 Prozent Zucker enthalten kann, die Gärung beginnt. Durch den Einfluss der Hefe wird der Zucker in Alkohol umgewandelt. Die Temperatur steigt an und Kohlensäure wird frei gesetzt. Es saust, braust und blubbert! Je höher die Außen- und Flüssigkeitstemperatur sind, desto schneller verläuft die Gärung, die ca. 1 Woche dauert.

Man kann drei Stadien des Sausers unterscheiden. Den „Goofe-bzw. Kindersauser“, den „Wilbersuser“ und den „Herresuser“. Der Kindersauser hat einen Alkoholgehalt von höchstens 1 Prozent. Der Wilber- bzw. Frauensauser einen Alkoholgehalt von etwa vier Prozent und der Herre- bzw. Männersauser hat den höchsten Alkoholgehalt von etwa sechs bis acht Prozent.

Herkunft


Schon Caesar kultivierte Reben und Weinbauwissen. Der Sauser als „natürliches Zwischenprodukt“ der Kelterung muss schon damals bekannt gewesen sein. Die beiden Begriffe aus der Romandie (mout) und aus dem Tessin (mosto) lassen auf das römische Erbe schließen. In der Deutschschweiz fand spätestens ab dem 16. Jahrhundert der Dialekt-Name „Suser“ seine Verbreitung und löste so den Begriff „Most“ ab.

Hauptsächlich wird der lebendige „Sauser“ in den Weinbaugebieten der Schweiz, also in der Westschweiz, im Tessin, Zürich und in der Ostschweiz angebaut. In Deutschland ist der „Rote Sauser“ seit den 1990er Jahren besonders in den Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz bekannt geworden. Besonders gut für die Herstellung von rotem Sauser eignen sich die früh reifenden roten Sorten wie Frühburgunder (Ahr), Blauer Portugiese oder Dornfelder (Pfalz).

Saison


„Roter Sauser“ ist wie „Federweiße“ zu Beginn der Weinlese von Anfang September bis ca. Ende Oktober erhältlich. Der „Sauser“ steckt mitten im Gärungsprozess und ist nur über einen Zeitraum von wenigen Tagen konsumierbar. Seit einigen Jahrzehnten gibt es auch pasteurisierten Sauser, bei dem die Gärung durch Erhitzen künstlich gestoppt wird. Der Alkoholgehalt des pasteurisierten „Sausers“ liegt konstant bei 1,5 Volumenprozent. Er ist mehrere Wochen haltbar.

Geschmack


Die enthaltene Kohlensäure verleiht dem Wein Spritzigkeit und erinnert an einen süßen Schaumwein. „Federroter“ enthält mehr Gerbsäure als „Federweißer“ und ist deshalb etwas herber im Geschmack. Der junge Wein ist ein sehr lebendiges Produkt, wobei die ständige Umwandlung des Zuckers in Alkohol sowohl Geschmack als auch Farbe des „Sausers“ verändern.

Verwendung


„Roter Sauser“ wird, wie auch „Federweißer“, zu deftigen und pikanten Speisen wie Zwiebel- oder Gemüsekuchen gereicht. Auch bei pikanten Käsegerichten ist der „Sauser“ ein angenehmer Begleiter.

Aufbewahrung


Der „Sauser“ ist ein saisonales Produkt, das im Anschluss an die Weinlese nur über wenige Tage im Herbst konsumiert wird. Da die Gärung ständig fortschreitet, sollte er möglichst rasch getrunken werden. Kühl gelagert hält er etwa 2-3 Tage.

Pasteurisierter „Sauser“ kann problemlos einige Wochen im Keller lagern.

Nährwert/Wirkstoffe


„Roter Sauser“ oder Federweißer enthält ca. 10 % Alkohol. 100 ml „Roter Sauser“ liefern ca. 98 kcal (410 kJ). Wie bei allen alkoholischen Getränken gilt: Maßvoll mit Genuss!

Achtung:
Die Flasche niemals fest verschließen! Die durch die Gärung entstehende Kohlensäure kann solchen Druck entwickeln, dass die Flasche platzt/explodiert. Bei Schraubverschlüssen daher unbedingt ein kleines Loch in den Deckel pieksen oder eine Serviette rollen und in den Flaschenhals stecken.

EDEKA Experte Matthias Baum

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