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Was ist Eiswein?

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Matthias Baum

Matthias Baum

Wein-Experte

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Eiswein wird aus Trauben gewonnen, die in gefrorenem Zustand gelesen und gekeltert werden. Aufgrund seiner aufwendigen Herstellung, der geringen Erträge und seines besonderen Aromas gehört Eiswein zu den Prädikatsweinen. Er muss neben den Standards der höchsten Qualitätsstufe („Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete“) noch strengere Anforderungen erfüllen. Wie Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen zählt auch Eiswein zu den edelsüßen Weinen.

Eiswein schmeckt fruchtig süß. Er zeichnet sich durch eine hohe Restsüße, eine frische Säure sowie einen niedrigen Alkoholgehalt von rund sieben Volumenprozent aus. Rieslingtrauben eignen sich besonders gut, um eine solch harmonische Kombination süßer und saurer Aromen zu erzeugen.

Der Herstellungs- und Ernteprozess des Eisweins ist sehr aufwendig und der Ertrag oft gering. Der Winzer muss die Trauben über die übliche Erntezeit hinaus am Rebstock belassen, um Eiswein zu gewinnen. Teilweise werden die Trauben daher erst im Februar gelesen. Für eine ertragreiche Ernte müssen Temperaturen von unter minus sieben Grad Celsius herrschen – erst wenn die Trauben gefroren sind, dürfen sie zu Eiswein weiterverarbeitet werden. Dementsprechend kann Eiswein nur in nördlichen Weinregionen angebaut werden, wo das Klima dank niedrigerer Temperaturen die passenden Voraussetzungen schafft.

Die Beeren müssen gesund sein und dürfen keine Edelfäule aufweisen, die etwa bei Spätleseweinen eine entscheidende Rolle spielt. Die Reben für den Eiswein werden von Hand oft in den frühen Morgenstunden gelesen und im gefrorenen Zustand verarbeitet. Oft liegt der Ertrag bei gerade einmal 300 bis 500 Litern Wein pro Hektar. Zum Vergleich: Der gesetzlich festgelegte Höchstertrag für Qualitätsweine liegt eigentlich bei 10.500 Liter Wein pro Hektar. Baut ein Winzer Eiswein an, muss er zudem meist zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen. So werden beispielsweise die Reben in den für Eiswein vorgesehenen Parzellen seit den 1960er-Jahren in Folie eingepackt, um Vogelfraß im Winter zu verhindern.

Der qualitativ hochwertige Eiswein braucht keine Beilage und kann gut allein getrunken werden. Zu Hauptspeisen sollte er aufgrund seines süßen Aromas nicht serviert werden – zu deftigen Gerichten sollte man trockene Weine bevorzugen. Dennoch harmoniert Eiswein mit intensiven Käsesorten wie Gorgonzola und Blauschimmelkäse. Darüber hinaus passt er zu fruchtigen Desserts wie zum Beispiel Sorbets , Obstkuchen oder Fruchteis. Während sich Vanillearomen gut mit dem Geschmack des Eisweins ergänzen, eignen sich Schokoladendesserts eher weniger, um sie zu dem Prädikatswein zu servieren.

Die ideale Trinktemperatur von Eiswein liegt zwischen 10 und 12 Grad Celsius. Er sollte in geringen Mengen gereicht werden, ideal sind Gläser mit kleinem Kelch, aber auch Sektgläser.

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