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Ernährung bei Histaminintoleranz: Was muss man beachten?

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Hier haben unsere EDEKA-Experten mit ihrem geballten Wissen aus den Bereichen Ernährung, Kochen, Gemüse & Obst sowie Fleisch und Wein für Sie Rede und Antwort gestanden.

Ernährung bei Histaminintoleranz: Was muss man beachten?

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Birthe Wulf

Birthe Wulf

Ernährungs-Expertin

Mein Bereich

Wird eine Histaminintoleranz diagnostiziert oder vermutet, sollte die Ernährung nicht auf eigene Faust umgestellt werden. Trotz der Unverträglichkeit ist eine möglichst abwechslungsreiche und vielseitige Kost wichtig, um einem Mangel an bestimmten Nährstoffen vorzubeugen. Betroffene sollten deshalb eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, um geeignete Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung bei Histaminintoleranz zu ermitteln.

Die Ernährungsumstellung gliedert sich in drei Phasen. Zunächst verzichtet man für 10 bis 14 Tage vollständig auf Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Histamin und anderen biogenen Aminen. Die zweite Phase dauert sechs Wochen, in denen schrittweise wieder histaminhaltige Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden. Hierbei wird beobachtet, wie gut diese vertragen werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse beginnt die dritte und letzte Phase der dauerhaften Ernährungsumstellung.

Grundsätzlich sollte man den Verzehr von Lebensmittel reduzieren, die einen hohen Anteil an Histaminen und anderen biogenen Aminen aufweisen. Nach Möglichkeit sollte außerdem der Konsum von sogenannten Diaminoxidase-Hemmern vermieden werden. Hierzu zählen unter anderem Alkohol und bestimmte Medikamente. Diaminoxidase ist ein Enzym, das beim Abbau von Histamin hilft.

Histamin befindet sich vor allem in Lebensmitteln, die durch mikrobiologische Prozesse wie Reifung, Fermentation oder Gärung haltbar gemacht wurden. Frische, unverarbeitete Lebensmittel sind hingegen meist histaminarm.

Frisches Fleisch ist demnach in der Regel unbedenklich, ebenso beispielsweise Kochschinken. Schwierig könnten lange gereifte Rohwürste und Rohschinken wie Salami, Cervelatwurst, Mettwurst , Parmaschinken, Bündnerfleisch und Speck werden. Bei Fisch und Fischprodukten sollte man frische oder tiefgefrorene Ware bevorzugen. Unverträglich bei einer Histaminintoleranz können eingelegte Fischprodukte wie Rollmops, Matjes oder Thunfischkonserven sowie Räucherfisch sein.

Bei Milchprodukten sollten Menschen mit Histaminintoleranz vorzugsweise frische Milch, Buttermilch, Sahne, Quark, Joghurt und Butter zu sich nehmen. Auch kurz gereifte Käsesorten wie Frischkäse oder junger Gouda werden häufig vertragen. Lange gereifte Hartkäse- oder Edelschimmelkäsesorten wie Parmesan, Roquefort oder Brie könnten hingegen Probleme verursachen.

Das meiste Obst und Gemüse vertragen Betroffene ohne Beschwerden, während man bei sehr reifen Bananen und bei eingelegten sowie fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Gewürzgurken vorsichtig sein sollte. Außerdem können Schokolade, Kakao, bestimmte Zitrusfrüchte und einige Nusssorten andere biogene Amine enthalten, die bei einer stark ausgeprägten Histaminintoleranz gegebenenfalls Symptome verursachen können.

Falls der Speiseplan aufgrund einer Unverträglichkeit besonders stark eingeschränkt sein sollte, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend zu empfehlen. Er kann entscheiden, ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein könnte, um einer Mangelernährung vorzubeugen.

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