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Kaffee: gesund oder ungesund

EDEKA Blog Knackfrisch: Kaffee - gesund oder ungesund?

Ein Leben ohne Kaffee? Nicht vorstellbar? Ich habe EDEKA Ernährungsexpterin Birthe Wulf gefragt, was an den bösen Gerüchten dran ist. Das Interview!

EDEKA Ernährungsexperten Birthe Wulf

EDEKA Ernährungsexperten Birthe Wulf

Den Weg morgens zur Kaffeemaschine finde ich praktisch im Schlaf – und das meine ich fast im wahrsten Sinne des Wortes, denn morgens brauche ich immer ein Weilchen, um in den Tag zu starten. Gut, dass ich also mit schlafwandlerischer Sicherheit eine Kapsel in den Automat stecke und den Startknopf drücke. Das gewohnte Geräusch, der aufsteigende Kaffeeduft und der erste Schluck aus der Tasse lassen mich dann endlich wach werden! Im Laufe des Tages gibt es dann noch den einen oder anderen Cappuccino – vor allem, wenn ich einen Energienachschub brauche.

Jetzt habe ich aber schon öfters gelesen und gehört, dass Kaffee ungesund sei. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber bei mir gehen bei einer solchen Meldung gleich die Alarmglocken an, denn auf mein geliebtes Heißgetränk würde ich nur ungern verzichten!

Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich EDEKA Ernährungsexpertin Birthe Wulf im Gespräch nun die Wahrheit über Kaffee im Interview entlockt.

Birthe Wulf im Interview

Kathi: Hallo Frau Wulf, in den Medien liest man von Koffeinvergiftung oder Kopfschmerzen bei Kaffeegenuss – da bekommt man es ja schon mit der Angst zu tun. Wie genau ist das denn zu verstehen?

Birthe Wulf: Die gute Nachricht zuerst: Wer körperlich gesund ist und Kaffee im gemäßigten Rahmen genießt, braucht keine Bedenken zu haben. Um eine Koffeinvergiftung zu bekommen, reicht jedoch manchmal schon 1 g Koffein aus, das wäre durchschnittlich in 1,5 bis 2 Litern Kaffee enthalten. Anzeichen wären Schlaflosigkeit, Herzrasen, Unruhe und Sehstörungen. Herzkranke und Menschen mit hohem Blutdruck sollten auf Kaffee verzichten. Ebenso ist zu bedenken, dass Kaffee, aber auch schwarzer Tee die Eisenaufnahme hemmen, ein Glas Orangensaft (Vitamin C) dazu genossen, kann diesen Effekt aber ausgleichen.

Positiv ist die gefäßverengende Wirkung von Koffein bei Migräne und Kopfschmerzen haben - sie kann zu einer Linderung der Beschwerden führen. Ganz wichtig ist es, Kaffee vor allem als Genussmittel mit gewissem Suchtpotential zu betrachten.

Kathi: Was bewirkt Koffein denn genau im Körper?

Birthe Wulf: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Koffein und die Koffeinmenge, d.h. die Empfindlichkeit ist nicht bei jedem gleich. In erster Linie wirkt Koffein auf das zentrale Nervensystem und unterbricht sozusagen den natürlichen Mechanismus, müde zu werden. Koffein blockiert dabei einen Rezeptor, der an der Regulation des Schlaf- und Wachrhythmus beteiligt ist. Blockiert nun Koffein den Rezeptor, wird der Wachzustand aufrechterhalten und die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert.

Koffein greift also in unsere Gehirnleistung ein. Wer regelmäßig einige Tassen konsumiert, bekommt ohne Kaffee regelrechte Entzugserscheinungen. Die Betroffenen fühlen sich „erschlagen“, werden unruhig und unkonzentriert und bekommen Kopfweh. Bei regelmäßiger Aufnahme von Koffein gewöhnt sich der Körper daran - ein gelegentlicher Kaffeegenuss bewirkt jedoch eine vermehrte Stimulation durch das Koffein. Es werden vermehrt Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet, so dass der Körper sozusagen in einen „Stresszustand“ versetzt wird. Koffein wirkt darüber hinaus harntreibend, bronchienentspannend, regt die Magensäureproduktion an und somit auch den Stoffwechsel.

Bei labilem Gesundheitszustand ist die Koffeinempfindlichkeit herabgesetzt und der Kaffeekonsum sollte eingeschränkt werden. Daher sollte insbesondere sollte bei Herz-Kreislauferkrankungen auf Kaffee verzichtet werden. Kinder sollten keinen Kaffee, keine Energy-Drinks und keine Limonaden wie Cola zu sich nehmen, denn bei ihnen führt eine zu große Aufnahme von Koffein zu Verhaltensstörungen, Aufgeregtheit, Reizbarkeit, Nervosität und Angstzuständen. Bei Erwachsenen führt eine „Überdosierung“ in milden Fällen zu Ruhelosigkeit aufgrund des beschleunigten Herzschlags und der daraus resultierenden Blutdrucksteigerung und Störungen in der Feinmotorik. In höherer Dosierung kommt es darüber hinaus zur Schlaflosigkeit, zu Zittrigkeit und Kurzatmigkeit.

"Kaffee beeinflusst positiv das Denkvermögen"

Kathi: Aber Kaffee hat doch auch positive Eigenschaften (vom leckeren Geschmack mal abgesehen). Welche sind das genau?

Birthe Wulf: Ein moderater Kaffeekonsum kann das Denkvermögen und die Aufmerksamkeit steigern sowie sich auch positiv auf die Körperkoordination und das Reaktionsvermögen auswirken. Man ist wacher und auch das Kurzzeitgedächtnis wird positiv beeinflusst. Dies ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann schnell ins Gegenteil umschlagen und zu Ruhelosigkeit und Störungen der Feinmotorik führen.

Es werden langfristige positive Folgen eines moderaten Kaffeekonsums noch untersucht. Dieser könnte bei der Aufrechterhaltung der kognitiven Fähigkeiten im Alter sowie beim Schutz vor Diabetes Typ 2 eine Rolle spielen. Dabei spielen wohl aber auch andere Inhaltsstoffe im Kaffee eine Rolle (sogenannte Antioxidantien).

Kathi: Gesund, ungesund: Ist das vielleicht auch von einzelnen Kaffeesorten und deren Röstung abhängig?

Birthe Wulf: Koffein befindet sich nicht nur im Kaffee, sondern auch in schwarzem, grünem oder Mate-Tee, Cola, in Energy Drinks und geringen Mengen auch im Kakao. Nicht nur der Koffeingehalt, sondern auch die Art des Nahrungsmittels bzw. dessen Zusammensetzung spielt bei der Koffeinaufnahme eine Rolle. Koffein aus Tee wird zum Beispiel langsamer aufgenommen, als das Koffein aus Kaffee; Koffein aus Cola und Energy-Drinks hingegen schneller.

Ebenso sind auch die Art der Zubereitung und natürlich die Menge des verwendeten Kaffeepulvers entscheidend. Je länger die Aufgusszeit ist, desto größer ist der Koffeingehalt. Auch die Kaffeebohnensorten weisen einen unterschiedlichen Koffeingehalt auf: Zwei Kaffeebohnensorten spielen in der Kaffeeproduktion eine große Rolle: Arabica und Robusta. Die Arabica-Bohne weist einen geringeren Koffeingehalt, als die Robusta-Bohne auf. Die Arabica-Bohne ist zudem säureärmer und deshalb magenschonender. Die Röstung hat nur einen geringen Einfluss auf den Koffeingehalt.

Espresso weist einen wesentlich höheren Koffeingehalt auf, als zum Beispiel Filterkaffee oder löslicher Pulverkaffee, was sich ja auch durch den Genuss von kleinen Mengen Espresso in den kleinen Espresso-Tassen widerspiegelt. Espresso ist durch seine Art der Zubereitung allerdings magenschonender. Es gibt Schonkaffees, die koffeiniert sind, aber magenfreundlich und entkoffeinierte Kaffees, die auch von Herz-Kreislauf-empfindlichen Menschen in geringen Mengen vertragen werden können.

Kathi: Auch wenn es schon fast als gesetzt gilt – warum soll man zum Kaffee immer ein Glas Wasser trinken und stimmt diese These überhaupt?

Birthe Wulf: Bei regelmäßig und in konstanten, moderaten Mengen genossenem Kaffee, besteht keine erhöhte Wasser- sowie Natriumausscheidung. Bei Menschen, die nur selten Kaffee trinken, hat dieser tatsächlich eine stärkere harntreibende Wirkung. Dies liegt daran, dass sich der Körper erst an das Koffein „gewöhnen“ muss. Aber egal, ob regelmäßig oder nur gelegentlich Kaffee getrunken wird, das dazu gereichte Glas Wasser trägt auf jeden Fall zusätzlich zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushaltes bei. Es sollten mindesten 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich genommen werden und Kaffee sollte nur einen geringen Anteil an der Flüssigkeitszufuhr ausmachen.

Kathi: Auf Kaffee könnte ich nur ganz schwer verzichten. Wie viele Tassen am Tag können Sie ruhigen Gewissens empfehlen?

Birthe Wulf: Wenn Sie gesund sind, nicht unter Bluthochdruck leiden, sind im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und einem sonst auch gesundem Lebensstil (Verzicht auf Nikotin, wenn überhaupt ein moderater Alkoholkonsum und sportlicher Betätigung) 2-3 Tassen am Tag in Ordnung.

Allerdings sollte Kaffee nicht als typischer Durstlöscher genutzt werden, dazu sind Wasser, stark verdünnte Fruchtsaftschorlen sowie Kräuter- oder Früchtetee wesentlich besser geeignet und zu empfehlen. Wer Herz-Kreislauf-mäßig vorbelastet ist oder unter hohen Blutdruck leidet, sollte gänzlich auf den Kaffeekonsum verzichten. Schwangere sollten ihren Kaffeekonsum am besten auch komplett einstellen.

Kathi: Vielen Dank für das Interview!

Kommentare 2

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Max Mittwoch, 28. September 2016, 23:13 Uhr
Ich hbe einen erhöten Blutdruck und kann einen Espresso auf der Bettkante trinken. Danach schlafe ich wie ein Baby. Espresso hat weniger Koffein als Filterkaffee. Dadurch das das Wasser langsam durch das Kaffeemehl läuft ist der Brühvorgang viel länger als beim Espresso und dadurch wird mehr Koffein freigesetzt.
Kathi
Hallo Max, danke für deine Infos! Ich verkneife mir immer sämtliche Kaffeegetränke ab 17:00 Uhr - aus Angst, dann nicht mehr schlafen zu können. Aber DAS Problem hast du ja nicht ... :) Liebe Grüße! Kathi
Marion J. Montag, 12. Oktober 2015, 15:44 Uhr
Böse, böse! Kaffee aus Kapseln > Müllerzeugung hoch 10! Besser: Kaffee aus selbsbefüllbaren Metallpads, wiederverwendbar und nur der Kaffeesatz wird in die Pflanzen oder den Biomüll entsorgt (guter Dünger). Auch wenn der umwerfende George Clooney das vormacht! Hollywoodstars bekommen soviel Geld für ihren Auftritt, da spielt Umweltbewußtsein keine Rolle mehr. :0I Marion J.
Kathi
Hallo Marion, du hast Recht. Die Kapseln sorgen bei uns zu Hause auch regelmäßig für Diskussionen. Noch habe ich leider nicht DIE ultimative Alternative für uns gefunden, wir experimentieren aber bereits mit dem guten alten Espressokocher und der Aero Press (kennst du die?). Sobald ich MEINEN Kaffeekocher entdeckt habe, sagen wir der Kapselmaschine Adios... ;) Liebe Grüße, Kathi

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