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Weingeschichte

Rebsorten
Die Geschichte des Weins beginnt vor etwa 60 Millionen Jahren und mit ihr ein Prozess der stetigen Auslese. Zunächst waren es mehrere Eiszeiten und dramatische Klimaveränderungen, die unterschiedlichste Reben kommen und gehen ließen. Dann begannen Vögel und Säugetiere die wilden Trauben nach Geschmack und Erreichbarkeit zu selektieren. Die Menschen führten den Prozess der Selektion fort,

indem sie die Reben durch wachsenden Handel und Verkehr immer neuen klimatischen
Bedingungen, unterschiedlichen Böden und wechselnden Krankheitserregern aussetzten.

Wein, so wie wir ihn heute kennen, gibt es seit etwa 10.000 Jahren. Wahrscheinlich waren es Perser, die ihn durch Zufall entdeckten, weil der Traubensaft, den sie in ihren Schläuchen aus Ziegen- oder Kamelleder aufbewahrten unter der Hitze der orientalischen Sonne zu gären begann. Das Ergebnis war ein wohlschmeckender Saft mit berauschender Wirkung, der schnell Anhänger fand.

Zu einem regelrechten Weinkult kam es erst im antiken Griechenland. Dort wurde die Rebe ab ca. 2000 v. Chr. systematisch kultiviert. Vasen, Krüge und andere Fundstücke aus dieser Zeit deuten daraufhin, dass die Städte Sparta und Mykene Zentren der Weinproduktion waren. Wein war das Kultgetränk der damaligen Zeit mit dem Siege und Feste gefeiert und Götter geehrt wurden.

Mit dem Aufstieg des Römischen Reichs begann die Geschichte des italienischen Weinbaus. Hier begann man Rebsorten zu unterscheiden, Erziehungsformen zu testen und Aufbewahrungsarten zu verfeinern. Obwohl sich Spanier und Franzosen sicher sind, dass einzelne Stämme schon in vorrömischer Zeit Wein produziert haben, gelangte das Wissen um den Weinbau von Rom aus nach Südfrankreich, an die Mosel, den Rhein und nach Spanien. Besonders den Mönchen in den Klöstern Europas ist es zu verdanken, dass die Erzeugung von Wein im Laufe der Jahrhunderte ein hohes Niveau erreichte. Später waren es aufgeklärte Monarchen und wohlhabende Bürger, die den Weinbau vorantrieben.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Wein ein sehr stark verbreitetes Lebens- und Genussmittel. Die europäische Rebfläche war damals viermal so groß wie heute. Der Weinkonsum wird bei ungefähr 200 Liter pro Bewohner gelegen haben. Gemessen an den etwa 20 Litern, die der Durchschnittsdeutsche heute konsumiert, eine gigantische Menge. Kriege, Krankheiten, die Abkühlung des Klimas und sich wandelnde Konsumgewohnheiten sorgten in Europa für eine Verringerung der Rebflächen auf das heutige Niveau.

Weltweit ist die Rebfläche dagegen stetig gestiegen. Mit der Entdeckung der Neuen Welt, gelangten die Rebe und die Kunst des Weinbaus auf alle Kontinente. Zuerst nach Südamerika, wo seit Mitte des 16. Jahrhunderts Wein angebaut wird, dann nach Südafrika, Australien und zuletzt nach Nordamerika.

Eine besonders einschneidendes Ereignis für den weltweiten Weinbau war die Reblauskatastrophe, die in Europa um 1860 einsetzte, sich nach und nach auf fast alle Weinbauländer der Welt ausdehnte und in einigen Regionen bis in die 1930er Jahre anhielt. Sie vernichtete den Rebbestand ganzer Weinbauregionen und konnte erst überwunden werden, als man eine Reblaus resistente Wurzel fand, auf die alle bekannten Rebsorten aufgepfropft wurden.

Die vergangenen drei bis vier Jahrzehnte waren rund um den Globus von rasanten Entwicklungen geprägt. Australien, Südafrika, Südamerika und Kalifornien haben sich innerhalb kürzester Zeit zu bedeutenden Herkünften entwickelt und sind qualitativ auf dem Niveau der Alten Welt angekommen. Italien hat seine Weinproduktion so stark erweitert und verbessert, dass es heute auf Augenhöhe mit der ewigen Nr. 1 Frankreich ist. Spanien hat sich von verstaubten Weinbaumethoden getrennt und zu einem äußerst dynamischen und innovativen Weinbauland entwickelt. Und Deutschlands Winzer gelten unter Weinliebhabern rund um den Globus heute wieder als absolute Weltspitze!

 
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