Die Geschichte einer Marke
Jeder Weg hat einen Anfang und ein Ziel, jedes Unternehmen eine Tradition und Visionen. Woher kommt die Marke EDEKA und was macht sie so stark, dass sie bittere Wirtschaftskrisen und zwei Weltkriege überstehen konnte? Heute nimmt die EDEKA-Gruppe mit einem Umsatz von 43,5 Milliarden Euro, 300.000 Mitarbeitern und einem Vertriebsnetz von annähernd 12.000 Märkten eine Spitzenstellung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ein. Mit dem Kerngeschäftsfeld des inhabergeführten Vollsortimentsgeschäfts und der erfolgreichen Discount-Sparte ist die EDEKA-Gruppe bestens gerüstet, um auch in Zukunft im harten Wettbewerb bestehen zu können. Machen Sie mit uns eine kleine Zeitreise und erleben Sie Meilensteine der EDEKA-Geschichte, indem Sie auf der Zeitleiste den gewünschten Abschnitt anklicken.
Rückblick. Es war ein Kaufmann aus Berlin, der das Prinzip EDEKA erfand:
Fritz Borrmann schuf 1898 gemeinsam mit 20 weiteren Kaufleuten die erste
regionale „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen
Torbezirk zu Berlin“ – kurz E.d.K. Die erste Zwischenbilanz fiel durchaus stattlich
aus: 715 Goldmark Umsatz buchten die 21 Mitglieder in den ersten sechs
Wochen. Für Fritz Borrmann Ermunterung, seinen Weg zielstrebig und energisch
weiter zu verfolgen…
Am 21. Oktober 1907 gründete er gemeinsam mit Dr. Karl Biller den „Verband
deutscher kaufmännischer Genossenschaften e.V“ – einen Zusammenschluss
von insgesamt 23 Einkaufsgenossenschaften. Ihr ungeschriebenes und ebenso
einfaches wie überzeugendes Motto: „Gemeinsam sind wir stark.“ Gut einen
Monat später, am 25. November 1907, trafen die Verbandsgründer erneut zusammen
und riefen die „Zentraleinkaufsgenossenschaft des Verbandes deutscher
kaufmännischer Genossenschaften eGmbH“ ins Leben. Das Startkapital
belief sich auf 800 Mark – und wohl keiner der Unterzeichner ahnte, dass
daraus einmal die heutige EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG werden könnte
Vorausschauend waren diese Kaufleute aus Leidenschaft trotzdem. Ihre Ideen
und Aktivitäten prägen die EDEKA-Gruppe. Die 1908 gegründete „Deutsche
Handels-Rundschau“ war alsbald das wichtigste Kommunikationsmedium der
Händler. Drei Jahre später, im Jahr 1911, übernahmen Verband und Zentrale
die Rechte an dem Wort- und Bildzeichen „E.d.K.“. Damit war der Weg für ein
einheitliches Werbe- und Warenzeichen der EDEKA-Gruppe geebnet. Ebenfalls
1911 brachten die EDEKA-Kaufleute die ersten Eigenmarken auf den
Markt. Ein cleverer Schachzug, um unabhängiger von den großen Markenartiklern
zu agieren und um Kunden an sich zu binden. Bereits 1925 bot EDEKA
25 Eigenmarken an, darunter Produkte wie Kakao, Malzkaffee, Tafelsalz und
Haferflocken, aber auch Kernseife, Kerzen und Bohnerwachs.
Im Jahr 1914 unterstützte die Edeka-Gruppe ihre Kaufleute durch die Gründung
einer eigenen Genossenschaftsbank eGmbH. Der Erste Weltkrieg war
inzwischen ausgebrochen. Welche etablierte Bank hätte einem Kaufmann in
dieser Situation wohl Geld für sein Geschäft geliehen? Keine! Die Genossenschaftsbank
tat es, riskierte alles und sicherte damit das Geschäft.
Um dem Nachwuchs zu einem Sparvertrag zu verhelfen und so die Gründung
eigener Geschäfte zu ermöglichen, schuf die EDEKA-Gruppe 1930 eigens die
„Spar- und Arbeitsgemeinschaft der Jungkaufleute des deutschen Kolonialwaren-
und Feinkosteinzelhandels“.
Als 1933 die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, erwies sich die EDEKAGruppe
als Abbild der Gesellschaft. Viele EDEKA-Kaufleute und Mitglieder in
Verband und Zentrale hofften nach der hinter ihnen liegenden schweren Zeit
der Weltwirtschaftskrise und der zusammenbrechenden Weimarer Republik,
dass die lang ersehnte Mittelstandsförderung von den neuen Machthabern
endlich umgesetzt würde. Es schien zunächst, als sollten sie Recht behalten.
Die Umsätze stiegen. Der Preis aber war hoch: Anbiederung an das System,
Gleichschaltung, Gesinnungsdruck und politische Indoktrination waren ab
1933 auf allen Ebenen der Gruppe an der Tagesordnung. Und vereinzelt
konnte auch EDEKA der Verführung nicht widerstehen, enteignetes jüdisches
Eigentum zu übernehmen. Ein Spiegelbild der Gesellschaft war aber auch der
Widerstand, den es auch in den Reihen der EDEKA-Kaufleute gab und die sich
mit selbstlosem Engagement gegen die diktatorischen Eingriffe in ihr eigenes
und das Leben anderer Edekaner auflehnten. Was folgte waren Zwangswirtschaft,
Krieg und Vernichtung. Hatte die EDEKA-Gruppe 1935 noch aus 525
Genossenschaften mit insgesamt 45.000 Mitgliedern bestanden, waren es
1945 nur noch 120 Genossenschaften. Der Wiederaufbau hatte fast bei Null
zu beginnen.
Was später folgte, haben viele EDEKA-Kunden selbst verfolgen können. Aus
Amerika wird 1954 ein neuer Einkaufstrend nach Deutschland importiert:
Selbstbedienung! Kunden nehmen sich fertig verpackte Ware selbst aus den
Regalen. Blitzschnell passt sich EDEKA diesem Wandel an, schafft 150 Vorverpackungsmaschinen
an und stellt sie den Genossenschaften zur Verfügung.
Die EDEKA-Zeitschrift „Die kluge Hausfrau“ hilft Kunden dabei, sich auf
diese moderne Art des Einkaufs einzustellen.
Eine neue Zeit bricht an. Die Menschen entdecken den Genuss. Immer stärker
kommt es darauf an, welche Waren wie präsentiert werden. EDEKA erkennt
als erste Handelsgruppe die Vorzüge der Tiefkühlkost und führt sie 1955
flächendeckend in allen Regionen ein. In Bochum wird im selben Jahr das
erste Fruchtkontor eröffnet. Es findet so großen Anklang, dass umgehend
weitere Kontore in Hamburg, Frankfurt und München errichtet werden. 1963
ist das Jahr der Frische, denn nach frischen Backwaren und Molkereiprodukten
führt EDEKA die ersten Frischfleischmärkte ein.
So sehr Kunden diese neuen Waren-Präsentationen auch schätzen – in den
1970er Jahren müssen sie knausern. Der Ölschock lähmt die Wirtschaft,
Arbeitslosigkeit grassiert. EDEKA wirbt bei seinen Kunden um Sympathie und
engagiert Showmaster Rudi Carrell als Werbefigur: „Vom laufenden Band“ an
die EDEKA-Kasse...
Im Jahr 1983 beginnt die warenwirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Bielefelder AVA AG, die heute – unter dem Namen Marktkauf – eine 100-prozentige EDEKA-Tochter ist.
Immer wieder beweist die EDEKA-Gruppe das notwendige Gespür, um wirtschaftlich schwierige Zeiten zu meistern. Ein strategisch wichtiger „Coup“ gelingt EDEKA im Jahr 2005: Der Beitritt zur internationalen Einkaufsallianz Alidis, an der Seite der französischen ITM Entreprises-Gruppe (Intermarché) und der Eroski Gruppe aus Spanien, stärkte die Position der EDEKA-Gruppe auf europäischer Ebene deutlich. Im eigenen Land konnte durch die Übernahme der Spar Handels AG sowie den Einstieg in das wachsende Discount-Segment über die Akquisition von Netto Marken-Discount und die 25-prozentige
Finanzbeteiligung an NETTO Stavenhagen der Marktanteil erheblich ausgebaut werden. Im gleichen Jahr setzte die EDEKA-Gruppe mit ihrer neuen Imagekampagne einen bewussten Kontrapunkt gegen die Geiz-ist-geil-Bewegung der vergangenen Jahre. Mit dem emotionalen Bekenntnis „Wir lieben Lebensmittel“ gelingt es, EDEKA auf sympathische Weise als Händlermarke zu positionieren und eine klare Abgrenzung zu den Mitbewerbern zu erzielen.
Ein weiterer Meilenstein war die Übernahme von mehr als 2.300 Plus-Filialen im Januar 2009.
Bis Mitte 2010 werden die Standorte auf das erfolgreiche Konzept von Netto Marken-Discount umgestellt.
Damit rückt Netto Marken-Discount in die Spitzengruppe des deutschen Disocuntgeschäfts auf.
Heute nimmt die EDEKA-Gruppe mit einem Umsatz von 36,6 Milliarden Euro (2008), rund 280.000 Mitarbeitern
und einem Vertriebsnetz von 12.000 Märkten die führende Position im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ein.
Mit den beiden Kerngeschäftsfeldern, dem von selbstständigen Kaufleuten geführten Vollsortimentsgeschäft und dem Discount-Segment, ist die EDEKA-Gruppe bestens gerüstet, um auch in Zukunft im harten Wettbewerb bestehen zu können.





