ERNÄHRUNG

Sie haben Fragen
zur Ernährungsmedizin
und Gesundheit?
zur Ernährungsmedizin
und Gesundheit?
Was ist Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit? Was kann ich essen?
Zöliakie:
Was ist Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit? Was kann ich essen?
Die sogenannte Autoimmunerkrankung Zöliakie äußert sich im fortgeschrittenen Stadium im Zurückbilden
bzw. Absterben der Dünndarmzotten. Sie wird durch das Getreideeiweiß Gluten (Klebereiweiß) ausgelöst.
Nach einer ärztlichen Diagnosestellung ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung unverzichtbar.
Was ist Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit? Was kann ich essen?
Die Folgen bzw. Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind:
Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit, Blässe, Knochenschmerzen, depressive Stimmung
Gluten ist in folgenden Getreidearten enthalten:
Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel, Triticale, Kamut, Einkorn, Urkorn, Emmer
Geeignete Alternativgetreide sind:
Mais, Hirse, Buchweizen, Reis, Amaranth, Quinoa, Teff
Übrigens: Die Allergenkennzeichnung schreibt vor, dass auf der Verpackung grundsätzlich auf glutenhaltige
Zutaten hinzuweisen ist. Zu beachten ist, dass sich Gluten auch hinter Begriffen wie Weizen verbergen kann.
Produkte, die als "glutenfrei“ gekennzeichnet sind, dürfen höchstens 20 mg Gluten je kg Lebensmittel aufweisen.
Was verbirgt sich dahinter? Was ist zu beachten?
Laktoseintoleranz:
Was verbirgt sich dahinter? Was ist zu beachten?
Bei einer Laktoseintoleranz handelt es sich um eine Milchzuckerunverträglichkeit. Das bedeutet, dass in den
meisten Fällen eine gewisse Menge Milchzucker vertragen wird. Welche Menge hängt vom Schweregrad der
Erkrankung ab. Nur selten kommt es bereits bei dem Verzehr von Lebensmitteln mit einer geringen Milchzuckermenge
zu Unverträglichkeitsreaktionen.
Was verbirgt sich dahinter? Was ist zu beachten?
Milchzucker wird mit Hilfe des Enzyms Laktase im Dünndarm in seine Einzelteile gespalten und anschließend über das Blut aufgenommen. Fehlt das Enzym oder wird es vom Körper nur in kleinen Mengen produziert, gelangt der Milchzucker ungespalten in den unteren Darmabschnitt.
Die Folgen bzw. Symptome einer Milchzuckerunverträglichkeit sind:
Bauchschmerzen/ -koliken, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und/oder Übelkeit.
Milchzucker ist in folgenden Lebensmitteln enthalten:
Milch, vielen Milcherzeugnissen, vielen Wurstsorten (als Zusatzstoff)
Milch und Milchprodukte sind die wichtigsten Kalziumlieferanten in unserer Ernährung. Um den Kalziumbedarf bei einer Laktoseintoleranz trotzdem zu decken, kann auf calciumhaltiges Mineralwasser ausgewichen werden. Auch Fischsorten wie Lachs oder Sardinen enthalten Kalzium.
Darüber hinaus sollten Nüsse wie Haselnüsse und Mandeln und kalziumreiche Gemüsesorten wie Grünkohl oder Sojabohnen in den Speiseplan eingebaut werden. Bei einem Mehrbedarf an Kalzium, z.B. in der Wachstumsphase, kann unter Umständen eine Nahrungsergänzung durch Kalziumpräparate sinnvoll sein. Dies sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.
Übrigens: Obwohl Sauermilchprodukte (Joghurt, Dickmilch, Kefir etc.) Milchzucker enthalten, werden sie häufig gut vertragen. Grund hierfür sind
die Milchsäurebakterien, die Milchzucker abbauen. Ähnliches gilt für die Verträglichkeit vieler Käsesorten, da der Milchzucker bei der Käseherstellung
weitgehend abgebaut wird.
Was ist das und wie wird sie ermittelt? Was kann ich tun?
Adipositas:
Was ist das und wie wird sie ermittelt? Was kann ich tun?
Unter Adipositas wird eine über das normale Maß hinausgehende Anhäufung von Fettgewebe verstanden. Sie entsteht, wenn die Energiezufuhr den Energieverbrauch
übersteigt. Der Grad der Adipositas wird durch den BMI angegeben.
Was ist das und wie wird sie ermittelt? Was kann ich tun?
Die folgenden Grundsätze werden Ihnen dabei helfen, erfolgreich abzunehmen und schließlich das Gewicht zu halten:
- Reduzieren Sie Fett und fettreiche Lebensmittel.
- Nutzen Sie die Wirkung von Ballaststoffen auf das Sättigungsgefühl.
- Getränke: Reichlich über den Tag verteilt.
- Gemüse/Salat und Obst: Bunt durcheinander 5 x am Tag.
- Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie Ihr Essen.
- Nie wieder Verbote!
- Bringen Sie mehr Schwung in Ihr Leben.
Was verbirgt sich dahinter? Wie äußert sich Diabetes mellitus? Wie kann ich mich richtig ernähren?
Diabetes mellitus:
Was verbirgt sich dahinter? Wie äußert sich Diabetes mellitus? Wie kann ich mich richtig ernähren?
Der Begriff "Diabetes mellitus" kommt aus dem Griechischen und umfasst verschiedene Krankheitsbilder,
bei denen eine Entgleisung des Glukosestoffwechsels im Mittelpunkt steht, d.h. ein erhöhter Blutzuckerspiegel.
Die wichtigsten Formen sind der Typ 1 und Typ 2-Diabetes, wobei an dieser Stelle nur auf den Typ 2-
Diabetes eingegangen wird. Der Typ 1-Diabetes bedarf zwingend einer besonders intensiven ärztlichen
Behandlung und Kontrolle.
Was verbirgt sich dahinter? Wie äußert sich Diabetes mellitus? Wie kann ich mich richtig ernähren?
Beim Diabetes Typ 2 fehlen die Beschwerden anfangs völlig, sodass die Diagnose oft zufällig erfolgt. Insgesamt entwickelt sich der Typ 2-Diabetes eher schleichend und nicht selten werden die Symptome, wie u.a. vermehrtes Wasserlassen, schlecht heilende Wunden und Azetongeruch der Atemluft, übersehen. Die Diagnose kann nur der Arzt durch die Bestimmung des Blutzuckerwertes stellen.
Nach Diagnosestellung ist eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt sehr wichtig. Die diabetikergerechte Ernährung unterscheidet sich heutzutage kaum von der Ernährung des Gesunden, d.h. es bedarf keiner separaten Zubereitung des Essens und keiner speziellen Lebensmittel für Diabetiker:
- Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu erreichen und zu halten.
Dies verbessert die Insulinwirkung, d.h. der Blutzucker kann besser in die Zellen gelangen. - Essen Sie mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag, so wird der Blutzuckerspiegel konstant gehalten und Blutzuckerspitzen werden vermieden.
- Begrenzen Sie zuckerhaltige Lebensmittel, da diese einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirken.
- Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel. Diese sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt.
- Planen Sie 5 x täglich Gemüse und Obst ein, diese haben einen hohen Wassergehalt und sind somit kalorienarm und positiv für eine gewichtsregulierende Ernährung. Die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe sind gut, um gesund und fit zu bleiben.
- Sparen Sie Fett, da sich eine fettreiche Ernährung auf Grund der hohen Energiedichte negativ auf das Körpergewicht auswirkt.
- Meiden Sie cholesterinreiche Lebensmittel, da sich Diabetes mellitus negativ auf den Fettstoffwechsel auswirken kann und Diabetiker somit meist zu hohe Cholesterinwerte aufweisen.
- Trinken Sie nur kleine Mengen alkoholischer Getränke.
Alkohol enthält fast so viele Kalorien wie Fett. Des Weiteren haben bestimmte alkoholische Getränke einen hohen Zuckergehalt. Diabetiker mit Insulin- und Sulfonylharnstoffbehandlung sollten alkoholische Getränke wegen des Risikos einer Unterzuckerung nur während kohlenhydrathaltiger Mahlzeiten trinken. - Sorgen Sie für mehr Bewegung, da die Wirkung des vorhandenen Insulins durch körperliche Aktivität verbessert wird.
Was versteht man darunter? Welche Tipps gibt es?
Bluthochdruck:
Was versteht man darunter? Welche Tipps gibt es?
Die Funktion unseres Herzens kann am besten mit der einer Pumpe verglichen werden: Zieht sich der Herzmuskel
zusammen, wird Blut durch die Arterien (auch Schlagadern genannt) gepumpt. Das durch die Arterien
schießende Blut wird dabei einem bestimmten Widerstand, dem so genannten Gefäßwiderstand ausgesetzt.
Die Pumpleistung des Herzens und der Gefäßwiderstand ergeben den Blutdruck.
Was versteht man darunter? Welche Tipps gibt es?
Der Blutdruck gilt in einem bestimmten Bereich als normal und sollte auf Dauer weder über- noch unterschritten werden. Bei der Ermittlung des Blutdrucks werden immer zwei Werte gemessen – der so genannte systolische und der diastolische Blutdruck. Ersterer ist der höhere Wert. Er zeigt den Blutdruck in der Arterie während des Zusammenziehens der Herzmuskulatur an. Der diastolische Blutdruck entsteht während der Entspannungsphase des Herzens. Im Alter zwischen 10 und 29 Jahren sollte der systolische Blutdruck im Mittel bei 110 mm Hg, der diastolische bei 75 mm Hg liegen. Mit zunehmendem Alter steigen die Mittelwerte des Blutdrucks. Von Bluthochdruck wird gesprochen, wenn der systolische Blutdruck über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden 160 mm Hg und der diastolische 95 mm Hg übersteigt. In diesem Falle sollten Sie dringend den Arzt aufsuchen.
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Arterien aufgrund von Druckbelastungen schädigen und das Herz übermäßig belasten. Häufig ist Bluthochdruck erblich bedingt. Daneben wirken jedoch auch Lebensstilfaktoren wie Stress oder Medikamente auslösend oder verstärkend.
Tipps bei Bluthochdruck:
- Reduzieren Sie seelische Belastungen, nehmen Sie sich Zeit für Entspannung.
- Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag. So kann durch Ausdauertraining eine Verbesserung der Herzleistung und eine Weitung der Gefäße erreicht werden.
- Bauen Sie Übergewicht ab.
- Reduzieren Sie den Kochsalz- und Natriumgehalt in Ihrem Essen. Denn Natrium bindet Wasser im Körper und sorgt somit dafür, dass der Blutdruck steigt. Verwenden Sie statt Kochsalz frische Kräuter. Vermeiden Sie sehr salzhaltige Produkte wie Hering, Chips, Pommes und Lakritz. Bevorzugen Sie natriumarmes Mineralwasser.
- Bevorzugen Sie kaliumreiche Lebensmittel. Diese führen dazu, dass Wasser aus dem Körper ausgeschwemmt und somit der Blutdruck gesenkt wird. Kalium ist v.a. in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Reich an Kalium sind Obst und Gemüse, Nüsse und insbesondere Trockenfrüchte.
- Trinken Sie keine großen Mengen Alkohol, da große Mengen gefäßverengend wirken.
- Eine ballaststoffreiche Ernährung kann ebenfalls zur Blutdrucksenkung beitragen. Bauen Sie deshalb viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan ein.
- Bei Bluthochdruck sollte fett- und cholesterinbewusst gegessen werden: Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und reduzieren Sie tierische Fette.
Was heißt das? Wie kommt es dazu? Was kann ich tun?
Fettstoffwechselstörungen:
Was heißt das? Wie kommt es dazu? Was kann ich tun?
Bei Fettstoffwechselstörungen sind die Blutfette, d. h. die Neutralfette (Triglyceride) im Blut und/oder das
Cholesterin, ein Fettbegleitstoff tierischer Fette, erhöht. Sowohl beim Gesamt-Cholesterin als auch bei den
Triglyceriden wird bis 200 mg/dl Blut von einem Normalwert gesprochen. Das Auftreten von erhöhten Blutfetten
wird durch erbliche Faktoren, durch die Ernährung und durch die körperliche Aktivität beeinflusst. Ihren
Cholesterin- und Triglyceridspiegel können Sie von Ihrem Arzt testen lassen.
Was heißt das? Wie kommt es dazu? Was kann ich tun?
Tipps zur Senkung der Blutfette:
- Achten Sie auf Ihr Gewicht.
Bei Normalgewicht kommen erhöhte Cholesterinwerte deutlich seltener vor und das Verhältnis HDL "gutes" Cholesterin und LDL "schlechtes“ Cholesterin ist meist positiver. LDL-Cholesterin transportiert das Cholesterin von der Leber in die Körperzellen. Ein hoher LDL-Wert im Blut führt unter Umständen zur Ablagerung von Cholesterin an den Gefäßinnenwänden. HDL-Cholesterin transportiert überschüssiges Cholesterin wieder aus dem Gewebe zur Leber zurück. Hohe HDL-Werte sind somit günstig, da sie die Blutgefäße vor Arterienverkalkung schützen. - Essen Sie wenig Fett.
Fett hat im Vergleich zu Kohlenhydraten und Eiweiß mehr als doppelt so viel Kalorien, so dass der Energiebedarf durch fettreiche Ernährung schnell überschritten wird. Achten Sie besonders auf versteckte Fette in Käse und Wurstprodukten, Kuchen oder Schokolade. Oft sind gerade die versteckten Fette reich an gesättigten Fettsäuren, die sich negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken können. - Entscheiden Sie sich häufig für pflanzliches Öl.
Pflanzliche Öle sind grundsätzlich cholesterinfrei und enthalten im Gegensatz zu tierischen Fetten kaum gesättigte Fettsäuren. Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren wirkt sich positiv auf die Blutfette aus. Bevorzugen Sie Raps- und Olivenöl, diese haben eine besonders günstige Fettsäurezusammensetzung. - Reduzieren Sie die Cholesterinaufnahme.
Besonders cholesterinreich sind Fleisch und Wurstprodukte, Innereien sowie Käse und Butter. - Steigern Sie Ihre Ballaststoffzufuhr.
Essen Sie reichlich Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Diese sind reich an Ballaststoffen. Ballaststoffe binden die Gallensäuren im Darm, so dass diese ausgeschieden werden. Die Bildung neuer Gallensäuren verbraucht wiederum Cholesterin und wirkt sich somit positiv auf die Cholesterinwerte im Blut aus. - Essen Sie Zucker nur in Maßen.
Zucker liefert nur Kalorien, aber keine weiteren Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe. Eine zuckerund somit oft eine kalorienreiche Ernährung wirkt sich negativ auf den Fettstoffwechsel aus. Vor allem bei hohen Triglycerid-Werten haben sich Zucker, aber auch Zuckeraustauschstoffe als nicht förderlich erwiesen. Schränken Sie deshalb Ihre Zuckeraufnahme möglichst ein und nutzen Sie lieber die natürliche Süße von Obst. - Steigern Sie Ihre körperliche Aktivität.
Durch Ausdauersport wird die HDL-Konzentration im Blut gesteigert. Empfehlenswert sind Sportarten wie Laufen oder Walken, Radfahren und Schwimmen.
Was ist das und was muss ich beachten?
Gicht:
Was ist das und was muss ich beachten?
Gicht ist eine Störung des Harnsäurestoffwechsels. Ist die Harnsäurekonzentration im Körper über längere
Zeit erhöht (9 mg pro 100 ml Blut und mehr), lagern sich Harnsäurekristalle in Gelenken und Gewebe ab.
Dies kann jahrelang keine Beschwerden verursachen, bis ein falsches Essen und übermäßiger Alkoholkonsum
schlagartig einen sehr schmerzhaften Gichtanfall auslösen. Die Harnsäurekonzentration können Sie von
Ihrem Arzt testen lassen.
Was ist das und was muss ich beachten?
Ernährungsempfehlungen bei Gicht:
- Reduzieren Sie den Verzehr purinhaltiger Lebensmittel.Essen Sie maximal einmal am Tag 100 g Fleisch, Fisch oder Wurst. Am Anfang ist es sinnvoll die Portionen abzuwiegen, da man dazu neigt, die Portionsgröße zu unterschätzen. Entfernen Sie bei gebratenem Fisch und Geflügelgerichten immer die Haut. Verzichten Sie auf Innereien und reduzieren Sie purinreiche pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Rosenkohl, Linsen, Erbsen und weiße Bohnen. Oder essen Sie diese pflanzlichen Lebensmittel im Austausch gegen Fleisch.
- Bevorzugen Sie purinarme Lebensmittel wie Gemüse/Salat, Obst, Reis, Kartoffeln, Nudeln, Milch und Milchprodukte sowie Eier. Denn überschüssige Purine aus Lebensmitteln werden im Körper zu Harnsäure abgebaut.
- Trinken Sie mindestens zwei Liter kalorienarme Getränke (z.B. Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, Fruchtsaftschorlen etc.), um Ablagerungen in den Nieren vorzubeugen.
- Verzichten Sie auf Alkohol. Alkohol steigert die Harnsäurebildung in der Leber und hemmt die Harnsäureausscheidung über die Nieren.
- Normalisieren Sie Ihr Gewicht,so reduziert sich die Harnsäurekonzentration im Körper. Vorsicht jedoch vor Extremen: Fasten kann einen akuten Gichtanfall auslösen. Beim Fasten entstehen Stoffe, die bevorzugt ausgeschieden werden. Harnsäure verbleibt im Körper und es besteht die Gefahr, dass diese auskristallisiert.
Übrigens: Bier hat ungeachtet des Alkohols schon einen relativ hohen Puringehalt. Auch bei alkoholfreien oder -armen Alternativen ist er etwa
genauso hoch.
Wie kommt es dazu? Was sollte ich bei meiner Lebensmittelauswahl beachten?
Nieren-/Harnsteine:
Wie kommt es dazu? Was sollte ich bei meiner Lebensmittelauswahl beachten?
Häufige Ursache von Nieren- bzw. Harnsteinen ist ein Auskristallisieren der Bestandteile des Harns.
Ein ausgewogenes Ess- und Trinkverhalten wirkt einer Steinbildung entgegen.
Wie kommt es dazu? Was sollte ich bei meiner Lebensmittelauswahl beachten?
Die konkrete Lebensmittelauswahl richtet sich nach der Zusammensetzung der Nierensteine. Handelt es sich um die häufig auftretenden Kalziumoxalatsteine, sind Lebensmittel, die reich an Kalzium und Oxalsäure sind, weniger empfehlenswert:
- Reich an Calcium:
Milch- und Milchprodukte, Käse, besonders Hartkäse, Milchschokolade, Ölsardinen - Reich an Oxalsäure:
schwarzer Tee, Pfefferminztee, Kaffee und Kakao, Getreidekleie und Weizenkeimlinge, Sojabohnen, Bohnen, Spinat, Sellerie, Spargel, Stachelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren, Bananen (besonders unreife), Nüsse, v.a. Erdnüsse, Schokolade
Positiv wirken sich magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Samen, Kerne und (in Maßen) fettarmes Fleisch aus.
Was verbirgt sich dahinter? Welche Lebensmittel sind zu bevorzugen?
Obstipation:
Was verbirgt sich dahinter? Welche Lebensmittel sind zu bevorzugen?
Die Obstipation, umgangssprachlich auch unter dem Namen Verstopfung bekannt, beschreibt eine verzögerte,
verringerte, erschwerte und in ihrer Konsistenz veränderte Stuhlentleerung, die sowohl akut als auch
chronisch auftreten kann.
Was verbirgt sich dahinter? Welche Lebensmittel sind zu bevorzugen?
Die Hauptursache für Obstipation in den westlichen Industrieländern ist ein zu geringer Verzehr von Ballaststoffen. Auch zu wenig Flüssigkeit und ein hoher Konsum an tierischen Lebensmitteln können ernährungsbedingt Verstopfungen hervorrufen. Weitere Ursachen sind Bewegungsarmut, Stress oder organische Erkrankungen.
Welche Lebensmittel sind zu bevorzugen?
- Verzehren Sie reichlich Obst und Gemüse (am besten 5x am Tag) – sie liefern sowohl wertvolle Ballaststoffe als auch Flüssigkeit.
- Erhöhen Sie den Anteil von Vollkornprodukten auf Ihrem Speiseplan. Sie schmecken im Vergleich zu Lebensmitteln aus Weißmehl herzhafter und haben einen höheren Ballaststoffgehalt.
- Ein regelmäßiger Verzehr von Sauermilchprodukten – wie Joghurt und Co. – kann aufgrund der darin enthaltenen Bakterienkulturen die Verdauung ankurbeln.
- Gewürze wie Koriander, Anis, Fenchel und Kümmel regen ebenfalls die Verdauung an.
- Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern am Tag ist für eine optimale Verdauung besonders wichtig. Bevorzugen Sie dabei kalorienarme Getränke wie Mineralwasser, Saft schorlen (1/3 Saft und 2/3 Wasser) sowie Früchte- und Kräutertees.
Was versteht man darunter? Was kann ich tun?
Reizdarmsyndrom:
Was versteht man darunter? Was kann ich tun?
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine Erkrankung, bei der sich keine organischen Ursachen feststellen
lassen. Dabei kann es zu immer wiederkehrenden Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten,
Verstopfung, Durchfall und Blähungen sowie Völlegefühl kommen.
Was versteht man darunter? Was kann ich tun?
Da meist keine diagnostizierbare organische Ursache für das Auftreten von RDS identifiziert werden kann, besteht nur die Möglichkeit, die einzelnen Symptome zu lindern. Am besten gelingt dies durch eine gesunde und ausgewogene Kost mit reichlich Flüssigkeitszufuhr. Neben der Auswahl von geeigneten Lebensmitteln ist es ebenso wichtig, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen und sich die nötige Zeit beim Essen zu lassen.
Nun noch ein paar Tipps:
- Kamille- und Pfefferminzöl können als kleine Helfer gegen Bauchkrämpfe eingesetzt werden.
- Bei Stuhlunregelmäßigkeiten wirkt die Einnahme von Floh- und Leinsamen regulierend.
- Bei Verstopfung (Obstipation) empfiehlt sich ein langsamer Umstieg zu einer ballaststoffreichen Ernährung. Dies kann durch einen regelmäßigen Verzehr von Vollkornprodukten wie Vollkornbrot und Vollkornnudeln sowie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten erfolgen. Dabei sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern pro Tag achten. Besonders empfehlenswert sind hierfür kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser sowie ungesüßte Früchte- und Kräutertees.
- Bei Durchfall (Diarrhö) ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffverlustes durch reichliches Trinken besonders wichtig. Hierfür eignen sich Mineralwasser und Tee, besonders Kamillentee und schwarzer Tee sind bei Durchfall zu empfehlen. Blähende Speisen, Milch und Milchprodukte sollten gemieden werden. Um den Magen-Darm-Trakt zur Ruhe kommen zu lassen, sind Schleimsuppen (z.B. Haferschleim) und geriebene Äpfel empfehlenswert.
- Bei Blähungen/Flatulenz sollten Sie auf blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln verzichten. Durch ihre entkrampfende Wirkung helfen Kümmel- und Fencheltee sowie Kräuterteemischungen (z.B. mit Pfefferminze und Anis) gegen die Beschwerden. Auch Basilikumöl kann die Symptome lindern. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie langsam essen und sich regelmäßig bewegen.
Neben der Ernährung spielt beim Reizdarmsyndrom oft auch die seelische Belastung eine wichtige Rolle. Versuchen Sie, Ihren alltäglichen Stress abzubauen. Darüber hinaus können sich ausreichende Bewegung im Alltag, eine ausgeglichene Freizeitgestaltung und Entspannungsübungen positiv auf die Symptome auswirken.
Macht "Übersäuerung" krank?
Säure-Basen-Haushalt:
Macht "Übersäuerung" krank?
Der Säure-Basen-Haushalt ist ein wichtiges Regulationssystem des Stoffwechsels im Körper. Je nach Stoffwechselsituation,
Art und Menge der gegessenen Lebensmittel entstehen wechselnde Mengen an Säuren
und Basen im Körper. Der Körper besitzt Puffersysteme, die das Verhältnis von Säuren und Basen im Gleichgewicht
halten. Schwankungen des Säure-Basen-Gleichgewichts sind unvermeidlich und treten bei jedem
Menschen auf. In der Regel führt dies jedoch nicht zu Problemen.
Macht "Übersäuerung" krank?
Jedes Lebensmittel enthält sowohl säure- als auch basenbildende Bestandteile. Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche Bestandteile in welchen Lebensmitteln überwiegen:
| säurebildend | eiweißreiche Lebensmittel tierischer Herkunft (Fleisch, Fisch, Käse, Eier), Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Alkohol, Kaffee | ||
| basenbildend | pflanzliche LM (Obst, Gemüse und Blattsalate) | ||
| neutral | Fette, Kohlenhydrate | ||
Verschiedene alternativmedizinische Ansätze basieren auf der Annahme, dass zahlreiche Erkrankungen auf Störungen des Säure-Basen-Haushalts zurückzuführen sind. Danach soll eine "Übersäuerung" des Körpers zur "Verschlackung" und zu typischen Zivilisationskrankheiten wie Rheuma, Gicht, Verstopfung, Darmentzündungen und letztendlich auch Krebs führen. Bisher konnten allerdings keine wissenschaftlichen Beweise für diese Annahme erbracht werden.

