Fischer im Korallendreieck wollen Beifang bekämpfen
 
Catherine Zucco unterstützt den Einsatz von selektiven Fanggeräten wie zum Beispiel Rundhaken. Im Bild die WWF-Meeresschutz-
expertin zusammen mit dem Kapitän eines indonesischen Fischerbootes, der einen Köderfisch am Rundhaken zeigt.
Ermutigende Premiere für die WWF-Initiative Fischerei-Forum - EDEKA unterstützte Veranstaltung
Bali / Hamburg. Das Korallendreieck ist eine der artenreichsten Meeresregionen und wichtigsten Fischereigebiete der Welt. Die Sicherung der wertvollen Meeresressourcen war dort bislang selten ein Thema. Das ändert sich aber. Dazu hat auch das erstmals stattfindende Fischerei-Forum auf Bali beigetragen: Viele der daran teilnehmenden Fischer und Fischereibetriebe aus dem Korallendreieck wollen jetzt verstärkt Beifang vermeiden und die Fischerei umweltschonender ausrichten. Die vom WWF und dem indonesischen Fischerei-Ministerium organisierte Veranstaltung wurde von EDEKA unterstützt. Catherine Zucco, Expertin des Internationalen Meeresschutzzentrums in Hamburg, hat das Forum begleitet und erläutert Bedeutung und Ergebnisse.
 
Erstmals wurde ein solches Fischerei-Forum veranstaltet. Worin liegt die Besonderheit und weshalb ist eine solche Veranstaltung wichtig?
Catherine Zucco: Dies ist das allererste Forum, das Fischern, Privatunternehmen und Fischereibehörden eine Plattform bietet, eng zusammen zu arbeiten, um Lösungen für eine umweltschonendere, zukunftsfähige Fischerei im Indo-Pazifik zu entwickeln. Besonders positiv ist, dass die indonesische Regierung und die regionale Fischereibehörde (SEAFDEC) gemeinsam mit einer Umweltschutzorganisation, dem WWF, eingeladen haben und wir hier einem Strang ziehen.
Was war die Zielsetzung?
Catherine Zucco: Ziel des Forums war es, konkrete Lösungen für die Reduzierung von Beifängen in der Fischerei im Indo-Pazifik zu entwickeln. Hier ging es sowohl um "Best Practice"-Beispiele für selektivere Fangtechniken, wie Rundhaken und Fluchtfenster für Schildkröten, als auch um die Frage, wie solche Praktiken eine breite Anwendung im Korallendreieck finden.
Welche Ergebnisse hat das Forum?
Catherine Zucco: Das Forum hat klare Empfehlungen ausgesprochen: Maßnahmen für die Minimierung von Beifängen müssen in der nationalen und regionalen Fischereipolitik stärker verankert werden. Um wirtschaftliche Anreize zu schaffen, sollten Zölle für umweltschonend gefangenen Fisch gemindert werden. Wichtig ist auch, den Fischern über die Nachfrage von Fischverarbeitern und -abnehmern nach umweltschonend gefangenem Fisch, Anreize für die Umstellung auf selektive Fanggeräte zu schaffen.
Sind Sie als Mitveranstalter mit diesen Ergebnissen zufrieden?
Catherine Zucco: Ja, die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer waren sehr motiviert und haben intensiv zusammen gearbeitet, das zeigen die guten, konkreten Ergebnisse aus den Diskussionen. Natürlich konnten nicht alle Probleme im Rahmen dieser Veranstaltung gelöst werden - dies war erst der Auftakt, um die Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten, Fischern und der fischverarbeitenden Industrie zu etablieren, neue Partnerschaften zu bilden und so die Weichen für die Entwicklung umweltschonender Fischereien in der Region zu stellen.
Was sind die nächsten Schritte?
Catherine Zucco: Die Empfehlungen des Forums für eine nachhaltigere Fischerei müssen jetzt in konkrete Taten umgesetzt werden. D.h. die teilnehmenden Regierungsvertreter müssen die Ergebnisse weitertragen und dafür sorgen, dass selektive Fangmethoden und weitere beifangreduzierende Maßnahmen in der Fischereipolitik festgeschrieben werden. Die Unternehmen müssen ihre Versprechungen wahr machen und die Fischereien unterstützen, die an Verbesserungen arbeiten, z.B. Produkte aus Fischereien bevorzugen, die selektivere Fangtechniken wie Rundhaken einsetzen.
 
Keith Symington
Beifang-Experte des WWF-Programms im Korallendreieck:
 
Keith Symington, Beifang-Experte des WWF-Programms im Korallendreieck
"Es ist ermutigend zu sehen, dass die Fischer der Region, groß und klein, die dringende Notwendigkeit dazu erkennen, ihre Fischereipraktiken zu ändern und mit den Akteuren der gesamten Versorgungskette zusammenzuarbeiten, um die Gesundheit der Meere und ihre Ressourcen und damit letztendlich die Zukunft ihrer Betriebe zu schützen."
 
Weitere Informationen zum Fischerei-Forum finden Sie bei
 
Diese Seite weiterempfehlen
 
REZEPTSUCHE
Rezeptsuche
NEWSLETTER
Hier abonnieren
KUNDENKARTE
KUNDENSERVICE
ERNÄHRUNGSSERVICE
FOTOSERVICE
AKTUELLES
EDEKA-Märkte bieten den besten Service
Das ergab eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität.
Weitere Infos
*Jeder Anruf kostet aus dem dt. Festnetz 0,09 Euro/Min., aus dem Mobilfunknetz max. 0,42 Eur/Min.