EDEKA und WWF: Zwei Jahre Kooperation "Nachhaltiger Fisch"

Seit Anfang 2009 arbeiten EDEKA und WWF beim Thema "Nachhaltiger Fisch" zusammen. Michaela Fischer-Zernin, Leiterin des
Geschäftsbereichs Unternehmenskommunikation / Public Affairs der EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG, äußert sich im Gespräch mit Patricia Graf,
Senior Manager Corporate Relations und beim WWF zuständig für Unternehmens-
kooperationen, zu der erfolgreichen Kooperation.
kooperationen, zu der erfolgreichen Kooperation.
Patricia Graf:
Warum hat EDEKA vor zwei Jahren den
WWF als Kooperationspartner
gewählt?
Michaela Fischer-Zernin:
Der WWF ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt und
in über 100 Ländern aktiv. Er arbeitet mit seiner differenzierten Betrachtungsweise lösungsorientiert und daher erfolgreich an Fragestellungen,
die uns alle betreffen. Auch wenn es ein anspruchsvoller Weg ist, der uns fordert.
Worin sehen Sie die Meilensteine der vergangenen zwei Jahre?
Zunächst haben wir Leitlinien zum Thema "Nachhaltiger Fisch"
formuliert, mit denen wir uns selbst ein Pflichtenheft erstellt haben.
Meilenstein in der Sortimentsarbeit war zum Beispiel die Auslistung von Fischarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie Aal, Hai oder Rochen. Oder die Umstellung unserer Eigenmarken auf nachhaltige Quellen. So trägt der Großteil der Wildfisch-Artikel das MSC-Nachhaltigkeitssiegel. Auch die Überprüfung und Umstellung der nationalen und regionalen Sortimente zählt dazu. Dabei wurde im Herbst 2010 ein erstes Etappenziel bei besonders kritischen Beständen beziehungsweise Fischereien erzielt. Seit Anfang 2010 wird auch Netto Marken-Discount in die Sortimentsarbeit einbezogen.
Parallel haben wir die Kommunikation in Richtung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Kunden intensiviert. Wir führen zum Beispiel regelmäßig Fischwochen durch, in denen das Thema "Nachhaltiger Fisch" herausgestellt wird. In Zusammenarbeit mit dem WWF haben wir außerdem unsere Lobbyarbeit verstärkt und z. B. im Rahmen der Seafood Expo in Brüssel klar Stellung für die notwendige Reform der EU-Fischereipolitik bezogen.
Erwähnenswert ist sicherlich auch die erfolgreiche Unterstützung von WWF-Meeresschutzprojekten, z. B. die Ausrüstung von indonesischen Fischereibooten mit umweltschonendem Fanggerät.
Die nachhaltige Fischerei steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit. Warum?
Die Überfischung der Meere und die damit verbundenen Folgen für Umwelt und Menschen sind alarmierend. Gleichzeitig ist Fisch ein gesundes
Nahrungsmittel und eine Ressource, von denen Millionen Menschen weltweit existentiell abhängig sind. Kurz: Wir wollen auch in Zukunft noch guten Gewissens Fisch verkaufen können.
Welches Ziel verfolgt EDEKA mit der Förderung der WWF-Projekte?
Wir möchten nicht nur fordern, sondern auch die nachhaltige Ausrichtung von Fischereien fördern, gerade auch dort, wo sich besondere Schwierigkeiten
stellen, zum Beispiel bei der Tunfisch-Fischerei. Das ist über die vor Ort durch den WWF gesteuerten Projekte am besten zielgerichtet umzusetzen.
Wie ist die Resonanz der EDEKA Kunden bezüglich der Kooperation mit dem WWF? Wie die der Lieferanten und die
der Wettbewerber?
Bei den Kunden stößt die Kooperation auf breite Zustimmung, zumal bekannt ist, dass sowohl EDEKA als auch der WWF mit langfristiger Perspektive
handeln. Überfischung und nachhaltige Fischerei sind Themen, die gesetzt sind. Das haben auch die Lieferanten erkannt, die uns auf breiter Front
unterstützen. Letztlich sprechen die bisherigen Ergebnisse der Kooperation für sich.
Welche Ziele verfolgt EDEKA in diesem Jahr?
Wir arbeiten weiter an unseren Sortimenten, um unsere Zielsetzung, ab 2012 nur noch Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen anzubieten, zu
erreichen. Aber auch dann wird dies eine kontinuierliche Aufgabe bleiben. Darüber hinaus werden wir unser Engagement für das Thema "Nachhaltige
Fischerei" auf Bundes- und EU-Ebene fortsetzen und die WWF-Projektarbeit auch 2011 weiter unterstützen.
Was war für Sie ihr schönstes Erlebnis in der Kooperation bisher?
Es ist besonders schön zu sehen, wie die Kooperation und das gemeinsame Anliegen auf fruchtbaren Boden fallen und überall Aktivitäten entstehen,
um unser Ziel zu erreichen. So gibt es herausragende, von ehrlicher Überzeugung getriebene Aktionen von EDEKA-Kaufleuten und ihren Teams.
Sehen Sie Veränderungen, die durch die Kooperation initiiert wurden? Wenn ja, welche?
Für EDEKA ist nachhaltiger Fisch inzwischen eines unserer wichtigsten gruppenweit akzeptierten Nachhaltigkeitsprojekte. Und auch generell - ob bei den
Verbrauchern, in der Handelsbranche oder auch der Politik - haben wir durch den gemeinsamen Auftritt sicherlich unseren Teil beigetragen, dass viele für
das Thema sensibilisiert sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten tätig werden.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für ein Handelsunternehmen wie der EDEKA bei der
Umstellung und Umsetzung?
Die größte Herausforderung ist, wie bei allen Nachhaltigkeitsthemen, unsere Nachhaltigkeitsziele umzusetzen ohne die Wirtschaftlichkeit zu
gefährden. Hinzu kommt - bei der Größe unserer genossenschaftlich organisierten Unternehmensgruppe und der Größe unseres
Fischsortiments - entsprechende Quellen für nachhaltigen Fisch zu erschließen.
Gibt es etwas, was Sie heute anders machen würden?
Nein, auch wenn der von uns gesetzte Zeitrahmen sehr anspruchsvoll ist.

